Seinen Augen kaum trauen wollte ein Spaziergänger in Salzburg. Der Herr ging mit seinem Hund spazieren, als die Schüler aus der Volksschule Liefering II auf eine Rasenfläche strömten. Dort mussten sie, seiner Aussage nach, scheinbar für die Klimademo am nächsten Tag üben und auf Anweisung der Lehrer Parolen einstudieren. Die Salzburger Bildungsdirektion verweigerte auf mehrfache Anfrage des Wochenblicks einen Kommentar zur Legalität des angeblichen Geschehens. 

Am 24. Oktober fertigte der Passant um 10:25 Uhr vor der Volksschule Liefering II das leider nicht sehr hochauflösende Foto (unten) an, das seine Aussage beweisen soll. An diesem Tag wären die Kinder von ihren Lehrern für die Teilnahme an einer Klimademonstration vorbereitet worden. Der Augenzeuge gibt an, dass dabei Kommandos wie „Lauter, Schilder höher, enger zusammen“ gegeben wurden. Die Lehrkräfte hätten dabei Parolen wie „Das ist unsere Zukunft!“, „Das wollen wir nicht!“ sowie Buhrufe vorgegeben, welche die Kinder nachschreien mussten.

Zuerst keine Auskunft von den zuständigen Stellen

Der Wochenblick konfrontierte die Direktorin der Volksschule mit den Vorwürfen, die aber telefonisch auf die Bildungsdirektion verwies. Dort kontaktierten wir in Folge die zuständige Person, Eva-Maria Engelsberger von der Stabstelle für Bildungscontrolling, Kommunikation und Schulpartnerschaft. Unter anderem stellten wir ihr folgende Fragen:

  • Ist das Trainieren für politische Demonstrationen im Lehrplan für Volksschulen vorgesehen, wenn ja in welchem Fach?
  • Ist das Trainieren für politische Demonstrationen im Sinne des §2 Schulorganisationsgesetz legal?
  • Werden solche Trainings nach ihrem Kenntnisstand auch in anderen Volksschulen in Salzburg abgehalten?
  • Ist die Teilnahme der Schüler an „Fridays for Future“ Demonstrationen verpflichtend? Müssen Eltern im Vorfeld informiert werden?
  • Ist der Bildungsdirektion Salzburg bewusst, dass „Fridays for Future“ mit der „Extinction Rebellion“ Bewegung eng verbunden beziehungsweise durch Personalunion verzahnt ist, welche zu blutigen Umstürzen von Regierungen aufruft, welche sich unkooperativ verhalten?
  • Sollte das Demonstrationstraining in der VS Liefering II nicht im Sinne der Gesetze und der Bildungsdirektion sein, welche Maßnahmen gedenken Sie zu setzen, damit dies nicht wieder vorkommt?

Stellungnahme der Direktion

Als Antwort übermittelte die Bildungsdirektion unsere Anfrage weiter an die Schuldirektion und gab ihr wohl auch die Erlaubnis, dem Wochenblick eine Antwort zu übermitteln. Diese erwies sich als reichlich kreativ:

„Ich möchte Sie hiermit über einen Irrtum aufklären,  zu dem sie in Ihrem Mail an die Bildungsdirektion Anfragen gestellt haben. Es gibt im Stadtteil Liefering ein Stadtblatt, die Lieferinger Post. Da dieses Stadtblatt das 25jährige Jubiläum feiert, wollten die Mitarbeiter des Bewohnerservice ein Foto mit allen 100 Ausgaben. Daher standen 100 Kinder mit je einer Ausgabe der Lieferinger Post für ein Foto bereit.“

Widersprüche weiterhin ungeklärt

Weshalb man für angebliche Fotoaufnahmen Parolen wie oben beschrieben einstudieren müsse, wollte in weiterer Folge niemand mehr kommentieren. Ob eine Werbeaktion mit Schülern für eine Zeitung legal ist, ebensowenig.  Was mag an jenem Tag wirklich vor dieser Volksschule passiert sein? Mussten die Kinder dann am nächsten Tag mit ihrem „beim Fotoshooting“ erworbenen Wissen zur Klimademo?

Wenn Sie mehr über die Hintergründe des Geschehens wissen, freuen wir uns über sachdienliche Hinweise:
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