Keine zwei Tage ist Joe Biden als Nachfolger von Donald Trump im Präsidentenamt – und schon bleibt kein Stein auf dem Anderen. Über die Aufweichung der Gesetze gegen illegale Einwanderer jubilierte der Mainstream. Auch die Rückkehr zur unkritischen Haltung gegenüber WHO und radikalen Systemumbau-Fantasien unter dem Deckmantel des Klimaschutzes erfreute die Eliten. Da gehen seine höchst merkwürdigen Impulse für mehr sogenannte „Diversität“ und vor allem für Transgender beinahe unter. Diese dürfen nun bei Frauenwettkämpfen teilnehmen und haben ein Kabinettsmitglied.

Kommentar von Alfons Kluibenschädl

Denn das Thema eines „diversen“ Kabinetts ist natürlich schon Monate alt. Mit seiner wohl eher als Tugendhuberei denn als politische Strategie zu verstehenden Kür von Kamala Harris – eine schwarze Frau – zu seiner Vizepräsidentin war das Thema weitgehend ausgelutscht. Also muss schon etwas mehr Glitzer her, um Gesinnungswächter und schnell empörte Schneeflöckchen zu besänftigen. Und man fand seine eierlegende Wollmilchsau in der ersten transsexuellen Ministerin der amerikanischen Geschichte.

Transsexuelle als Meister über den Pandemie-Plan

Denn Bidens Wahl für den Vize-Gesundheitsminister fiel auf Dr. Rachel Levine, die als Mann geboren wurde. Diese Person war zuvor für die gesundheitlichen Bewältigung der Corona-Krise in Pennsylvania zuständig und befürwortete strenge Lockdown-Maßnahmen und besonders rigide Abstandregeln. Neben dem Umstand der Herkunft aus Bidens Heimatbundesstaat dürfte als Qualifikation mitwirken, dass wie bei Harris mehrere Kästchen auf der Minderheiten-Checkliste abgehakt werden können.

Für den durchschnittlichen Bürger ist es ziemlich egal, ob ihnen ein katholischer Admiral oder eine transsexuelle Jüdin die Grund- und Freiheitsrechte und den zwischenmenschlichen Kontakt verbietet sowie eine hastig entwickelte Impfung aufzwingt. Genauso, wie es für die Syrer keine Erleichterung war, dass ein schwarzer Friedensnobelpreisträger ihr Land in die Steinzeit bombte. Für die auf Identitätspolitik bauende Neulinke sind solche Postenbesetzungen aber wie Weihnachten und Ostern zusammen, da sie sich einen Schritt weiter am Weg zum „neuen Menschen“ wähnen.

(Ex-) Männer plötzlich in Frauenwettkämpfen

Wie gefährlich und absurd diese Symbolpolitik zugunsten möglichst jeder Minderheit im Ernstfall werden kann – diesen Nachweis brachte Biden ebenfalls am ersten Tag seiner Präsidentschaft. Um guten Willen zu zeigen, erließ er nämlich eine Verordnung, dass in Zukunft als „Transgender“ identifizierende Personen bei Sportwettkämpfen von Frauen teilnehmen können. Das hat nach Ansicht der Weltverbesserer angeblich etwas mit Fortschritt zu tun. Für Minderheitenrechte tut man eben alles – egal wie sinnbefreit.

Für aufopferungsvoll trainierende Sportlerinnen ist das hingegen ein Schlag ins Gesicht. Nachdem sie sich von morgens bis abends schinden, um die Spitze zu erreichen, müssen sie künftig gegen Personen bestehen, die ganz andere körperliche Voraussetzungen haben. In vielen Sportarten haben Männer biologische Vorteile – und genau dort verachtet der Antritt von Männern die ehrliche Leistung auch biologisch weiblicher Athletinnen. 

Der Fall Jenner als möglicher Warnschuss

Es ist die absurde Spitze einer Entwicklung, die bereits seit Jahren anhält. Schon vor einigen Jahren verblüffte die Verleihung eines Preises für die „Frau des Jahres“ an den von Bruce zu Kaitlin Jenner gewordenen Zehnkampf-Olympiasieger von 1976 wegen des offenen Umgangs mit der eigenen Umoperation. Die Botschaft, die man  an Frauen vermittelte: „Jetzt sind biologische Männer sogar beim Frausein besser als ihr“. Der Mainstream verpackt das dann sogar noch gerne als emanzipatorischen Akt. 

Gerade jener Fall zeigt irgendwo auch, was das neue „Executive Order“ von Biden bewirken könnte. Wäre Jenner damals als „Transfrau“ beim Siebenkampf angetreten – es wäre ein nie zu überbietender Weltrekord. Denn sein Leistungsniveau in den jeweiligen Disziplinen hätte den heute ohnehin schon seit 33 Jahren und unerreichbar geltenden, bestehenden Damen-Weltrekord um über 500 Punkte überschritten.

Es geht also nicht darum, ob man Menschen, die sich tragischerweise in ihrem Körper nicht wohlfühlen und daher „das Geschlecht wechseln“ wollen, diese freie Entscheidung über ihr Leben absprechen möchte. Dieses Recht spricht ihnen nämlich gar kein Kritiker ab. Aber es entsteht eine unfaire Situation, weil der Wunsch allein die biologischen Realitäten nicht auf die Seite schieben kann. 

Mögliches Schindluder und Verrat an Talenten

In vielen Fällen könnten sich nämlich Athleten, die bei den Männern nichts reißen, bei den Frauen einschreiben und als angebliche Transgender einen Preis nach dem anderen gewinnen. Im US-Sportsystem, das besonders stark auf Sportstipendien an Universitäten baut, könnten viele weibliche Talente durch den Rost fallen, weil ihnen ein aus biologischer Sicht männlicher Konkurrent den Platz wegnimmt.

Auch jede Form von Schindluder ist damit möglich. Ein ehrgeiziger Trainer könnte seinen erfolglosen Sportler dazu überreden, es doch einmal als Frau zu probieren. Je höher das Preisgeld, desto verlockender das Angebot – und desto tiefer der Fall, wenn man es ausschlägt. Sich als vermeintlicher Transgender zu deklarieren könnte zu einer Art „Doping des 21. Jahrhunderts“ werden. Für mich als leidenschaftlichen Sportzuschauer wären solche Bewerbe dann aber endgültig uninteressant.