Wikipedia ist eine der meistbesuchten Seiten der Welt. Viele halten sie für eine offene, transparente und verlässliche Informationsquelle. Gegründet wurde die Online-Enzyklopädie von einem „Young Global Leader“. Was auf Wikipedia steht, wird von Politik, Konzernen und Geheimdiensten beeinflusst und manipuliert.

Von Christoph Uhlmann

Im Bereich der Online-Nachschlagewerke nimmt Wikipedia eine monopolartige Stellung ein. Über rund 2,2 Millionen Artikel verfügt die deutschsprachige Version. Mit rund einer Milliarde Aufrufe pro Monat ist Wikipedia im deutschsprachigen Raum auf Platz sieben der meistbesuchten Seiten. Doch wer steht hinter dem beliebten Online-Lexikon und wie kommen die Beiträge zustande? Hier lohnt sich der Blick hinter die Kulissen. Wie zentral die Rolle der Wikipedia in unserem „Informationszeitalter“ ist, wird klar, wenn man bedenkt, dass soziale Medien und Videoplattformen wie Facebook oder YouTube verstärkt darauf zurückgreifen, um angebliche „Fehlinformationen“ zu „entlarven“. Und auch bei den Suchergebnissen auf Google landen die Wikipedia-Einträge meist ganz vorne. Man kann Wikipedia also mit Fug und Recht als eine Hauptwaffe im tobenden Informationskrieg bezeichnen.

Das WEF und seine Handlanger

Am 15. Jänner 2001 gründete ein gewisser Jimmy Wales die Online-Enzyklopädie. 2003 gründete er dann die Wikimedia Foundation, die die Seite bis heute betreibt. Wales ist mit dem ehemaligen Premierminister Großbritanniens, Tony Blair, befreundet und gehört außerdem zum „elitären“ Kreis der „Young Global Leaders“ des Davoser Weltwirtschaftsforums (WEF) – ein Schwab-Jünger also. Die derzeitige Geschäftsführerin von Wikimedia, Katherine Maher, arbeitete zuvor für den „Council on Foreign Relations“ (CFR), einem der wohl einflussreichsten Thinktanks der Welt. Der ehemalige Geschäftsführer der Wikimedia Deutschland war davor bei der Bertelsmann-Stiftung und wechselte danach in die Politik. Bertelsmann wiederum ist Partner der Atlantik-Brücke und führt für Facebook Deutschland über den Dienstleister Arvato die sogenannte „Inhaltsmoderation“ durch. Auch arm ist Wikimedia mit einem Vermögen von rund 160 Millionen Dollar nicht gerade.

Konzerne und Stiftungen als Geldgeber

Ein Gutteil dieses Geldes stammt von großen US-Konzernen und verschiedenen Stiftungen, wird auf Swiss Propaganda Research berichtet. Die englische Wikipedia mit ihren rund 9 Milliarden monatlichen Seitenaufrufen wird bloß von 500 Administratoren betreut. In vielen Fällen ist deren Identität völlig unbekannt. Eine Studie aus dem Jahr 2017 zeigte, dass 80 Prozent sämtlicher Inhalte von nur einem Prozent der Redakteure erstellt wurden. 2015 veröffentlichte „The Atlantic“ einen umfangreichen Artikel über bezahlte Redakteure, die von verschiedenen Unternehmen angeheuert wurden. Einer der bekanntesten Fälle wurde ebenfalls 2015 aufgedeckt – der Merck-Wikipedia-Skandal. Ein Administrator der deutschen Wikipedia war gleichzeitig auch Projektmanager des Pharmariesen Merck und hat Beiträge zum Konzern verändert. Er soll derart viele Beiträge zur Firma verändert oder geschrieben haben, dass damit ein regelrechtes Merck-Universum entstand. Im Jahr 2007 stellten Forscher fest, dass Mitarbeiter der CIA und des FBI Artikel zu Themen wie dem Irakkrieg oder dem Militärgefängnis Guantanamo bearbeiten. Im selben Jahr wurde auch bekannt, dass einer der aktivsten und einflussreichsten Autoren der englischen Wikipedia mit dem Pseudonym „Slim Virgin“ ein ehemaliger Informant des britischen Geheimdienstes war. 2018 wurden einem weiteren Wikipedia-Redakteur Verbindungen zu Mainstream-Journalisten und dem britischen Geheimdienst nachgewiesen. Dieser „Philip Cross“ hat durchgehend jeden einzelnen Tag vom 29. August 2013 bis zum 14. Mai 2018 Artikel bearbeitet – das sind 1.721 aufeinanderfolgende Tage. In 14 Jahren hat er unglaubliche 133.612 Bearbeitungen durchgeführt.

Geheimdienstler schreiben bei Wikipedia

Auch in Deutschland wurde ein Wiki-Redakteur als politischer Agent entlarvt. Dieser war ehemaliger Funktionär des pro-israelischen Flügels der Linkspartei und diente zuvor in der israelischen Armee. 2018 wurde auch bekannt, dass das israelische Ministerium für Strategische Angelegenheiten Hunderte Aktivisten koordinierte, die Artikel im Sinne Israels bearbeiteten. Und auch der Schweizer Geheimdienst hat indirekt schon mitgemischt. 2016 veröffentlichte die „Aargauer Zeitung“ einen Artikel, der beschreibt, wie Bundesbeamte insgesamt 5.500 Artikel veränderten, „weil ihnen die Darstellung nicht gefiel“! Sie beschönigten Beiträge über den Geheimdienst kurz vor einer Abstimmung über diesen. Auch Politiker und Konzerne in Deutschland ließen Einträge manipulieren. So ließ Joachim Pfeiffer (CDU) die Passage entfernen: „Joachim Pfeiffer gilt als Befürworter des Einsatzes von Atomkraftwerken.“
Die Grüne Lisa Paus ließ den Bezug zu ihrem Multimillionärs-Vater entfernen und bei Christoph Bergen (CDU) verschwand der ganze Abschnitt „Kritik“. Bekannt wurde auch die Manipulationsorgie beim Eintrag zum Spiegel-Fälscher Claas Relotius. Dabei sollen laut „Tages-Anzeiger“ sogar Presseberichte gefälscht worden sein – wie passend.

Was nicht paßt, wird passend gemacht

Man muss sich also nicht darüber wundern, dass es Meinungs-Abweichler in der Wikipedia „schwer“ haben. Der Biologe Clemens Arvay, der viele kritische Videos zu den Corona-Impfstoffen auf YouTube veröffentlichte, wurde zum Opfer einer regelrechten Rufmordkampagne. Und selbst der Erfinder der mRNA-Technologie, Robert Melone, hat sich laut Wikipedia mit der Technologie mittlerweile nur noch „beschäftigt“ und war an einer Pionierstudie beteiligt. Prominent steht im Artikel nun allerdings, dass er Fehlinformationen über die gefährlichen Gentechnik-Spritzen verbreitet hätte.

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