Mit großer Verwunderung haben auch unsere Landsleute in Oberösterreich vorige Woche die Worte des großen Propheten Sebastian Kurz vernommen. Nächstes Jahr, so weissagte er, werde unsere Wirtschaft wieder wachsen.

Ein Kommentar von Kurt Guggenbichler

Dabei dürfte vermutlich der Wunsch der Vater des Gedanken gewesen sein, denn vor dem von ihm vorhergesagten Wachstum, das prophezeien nun Wirtschaftsexperten, werde erst noch die Pleitewelle zu bewältigen sein. Und ob es danach überhaupt noch spürbares Wachstum gibt, wird sich zeigen.

Nächstes Jahr dürfte es jedenfalls noch nicht so weit sein. Zu dieser Vermutung gibt die Lebenserfahrung Anlass, die dem erst 34-jährigen Bundeskanzler und seiner jungen Minister-Riege offenbar noch fehlt. Ob er sich dieses „Opium fürs Volk“ in seinem Urlaub ausgedacht hat?

Mir hätten als Bundeskanzler Ferien in diesem Jahr jedenfalls keinen Spaß gemacht, angesichts der vielen Probleme, die noch auf uns zukommen werden. Darunter nicht nur jene, die durch die Corona-Krise entstanden sind, sondern auch jene, die schon seit Jahren einer Lösung harren, wie mir unlängst wieder einmal ein Handwerksmeister klagte.

Ob es ihn tröstet, dass er sich nun seinen Meistertitel auch in den Reisepass eintragen darf? Wichtiges wird in Österreich eben immer zuerst erledigt.