Es sind berührende Schicksale, welche die Regierung und ihre ergebenen Mainstream-Medien nicht wahrhaben wollen. Während sie mit Zahlen und Inzidenzen jonglieren und danach handeln, bleiben das Leid und die Sorgen der einfachen Bürger auf der Strecke. Als führendes freies Medium sehen wir beim „Wochenblick“ es als unseren Auftrag, gerade diesen Menschen eine Stimme zu geben.

Immer wieder schreiben uns Leser und erzählen uns ihre persönliche Geschichte. Derzeit erreichen uns Zuschriften aus dem „Corona-Knast“ – also aus Regionen, die derzeit einer Ausreise-Testpflicht unterworfen sind. Und während „die da oben“ mit dem Finger zeigen und Sperren und Öffnungen mit der Gießkanne verteilen, zeigt sich: An der Basis, beim Volk, da geht’s durch diese vermeintlich nötigen – aber in der Realität oft sinn- und nutzlosen – Maßnahmen ans Eingemachte; teilweise wird den Menschen eine würdevolle Teilhabe am Arbeits- und sogar Familienleben verunmöglicht. 

Arbeitsweg verstellt: Rheindelta im Corona-Knast

Eine ganze Reihe von Orten ist derzeit in Vorarlberg von einer Sperre betroffen, darunter das Rheindelta am Bodensee: Fußach, Höchst und Gaißau sind Seuchen-Sperrgebiet. Hier zeigt sich der Effekt des Kontroll-Regimes besonders deutlich: Denn aufgrund der Lage der Orte gibt es nur zwei innerösterreichische Brücken – einmal Richtung Hard und einmal Richtung Lustenau. Diese unterliegen einer rigorosen Kontrolle: Wer keinen negativen PCR-Test vorweisen kann, der darf nicht durch – ohne Ausnahme.

Ein Wochenblick-Leser, der sich nicht testen lassen möchte, weil er sich an die Empfehlung der WHO im Jänner hält, dass Gesunde ihre Gesundheit nicht beweisen müssen, sorgt sich um seine berufliche Zukunft: „Ich verliere gerade meinen Job, da mich die Landesregierung daran hindert, nach Dornbirn zur Arbeit zu fahren“. Die Absurdität hört dort nicht auf: Bei den Grenzübergängen nahe Höchst und Gaißau in Richtung Schweiz finden sich scheinbar unbesetzte Grenzposten. Es ist im Rheindelta also derzeit einfacher ins Nicht-EU-Ausland zu kommen als in den Nachbarort…

Hallein: Vater kann ohne Test seinen Sohn nicht sehen

Eine weitere Zuschrift erreichte uns bereits in der Vorwoche aus Hallein im Salzburger Tennengau; die Bezirkshauptstadt wurde bereits am 30. April abgeriegelt. Weil die Leserin in einem anderen Ort arbeitet, muss sie sich testen lassen. Weil auch die Großeltern der Kinder in einer anderen Gemeinde wohnen, ist es auch ohne Test nicht möglich, diese dorthin zu bringen. Ein lästiger Zwang, der bei ihrem Stiefsohn allerdings noch mehr Einschnitte bedeutet.

Der 8-jährige Bub wohnt bei seiner Mutter in Salzburg, am Wochenende ist er beim Vater. Zwei Wochen lang war dies zuvor bereits wegen eines Coronafalls in der Schule und einer folgenden Quarantäne nicht möglich. Am betreffenden Wochenende bot sich dann das Problem, dass unsere Leserin und ihr Mann das Kind, der Verordnung folgend, nicht mehr sicher zurück nach Hause bringen konnten. 

Behörden empfahlen Bub (8) 20-km-Alleinfahrt im Zug

Weil auf die Schnelle für den Samstag kein Test-Termin zu erhalten war, fragte das Ehepaar also bei verschiedenen Stellen (Gemeinde, Hotline 1450, Polizei) nach. Laut der Frau gab es nirgendwo Verständnis für die Lage. Man empfahl bestenfalls, dass der Bub die Strecke Hallein-Salzburg im Zug samt anschließendem 2-Kilometer-Marsch alleine bewältigen müsse. Wer ohne Test das Stadtgebiet verlasse, riskiere Strafen.

Unsere Leserin ist aufgrund der Bedrohlichkeit der Lage im Corona-Knast völlig perplex: „Das heißt, wir müssen testen oder ein Vater darf sein Kind nicht sehen – und ein Kind seinen Vater und seine kleine Schwester nicht. Ich finde es echt traurig, wie weit wir es gebracht haben in Österreich. Das ist definitiv ein Testzwang – und das kann man nicht mehr schönreden.“

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Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels wurde fälschlicherweise behauptet, Hallein befände sich im Lungau. Wir entschuldigen uns bei allen Salzburgern für diese irreführende Angabe und haben die Stadt wieder in ihr angestammtes geographisches Umfeld im Tennengau verfrachtet.