Unverständnis in Ried: Viele Innviertler müssen sich jetzt einen neuen Hausarzt suchen.

Gerade im Innkreis fehlt es an niedergelassenen Ärzten, um die Versorgung der Bevölkerung ausreichend zu gewährleisten. Dementsprechend empört zeigen sich die Rieder jetzt über den Verlust eines beliebten, dort seit 18 Jahren niedergelassenen Arztes. Weil er die FFP2-Masken aufgrund seiner Erfahrungen nur in seltenen Fällen trug und angeblich zu viele Masken-Befreiungsatteste ausstellte, wurde er vom Landeshauptmann mit einem Berufsverbot belegt. Dabei ist der Hausarzt alles andere als ein Corona-Leugner, wie er beteuert.

In Oberösterreich lässt es sich gut leben: Wir schätzen die Ruhe in den Provinzen, eingebettet in unsere wunderschöne Natur, die uns Ruhe und Ausgeglichenheit schenkt. Doch in Bezug auf die flächendeckende, ärztliche Versorgung ist das Bundesland österreichweites Schlusslicht. Vor allem in den ländlichen Regionen fehlt es immer mehr an der medizinischen Versorgungssicherheit. Grund dafür ist der Mangel an niedergelassenen Ärzten, denn viele gingen in Pension. Gleichzeitig finden sich immer weniger junge Ärzte, die die Arztpraxen nachbesetzen.

Unverständnis über Schließung von Arztpraxis

Gerade in diesem Zusammenhang machen sich unter der Bevölkerung nun Unverständnis und Wut über das Schließen einer Arztpraxis in Ried im Innkreis breit. Seit 18 Jahren behandelt der beliebte Hausarzt eine Vielzahl an Patienten in und um Ried. Weil der Arzt es nach Möglichkeit vermied, FFP2-Masken zu tragen, verhängte der Landeshauptmann Thomas Stelzer ein Berufsverbot über ihn. Es sei „Gefahr im Verzug“, heißt es. Auch bei der Ärztekammer läuft bereits ein Disziplinarverfahren gegen den Doktor.

Überlebte Lawinenunglück: Angst vor Atemnot

Dabei sei der Allgemeinmediziner gar kein Corona-Leugner, beteuert dieser. Der Doktor sei bereits immun, das sei durch einen Antikörpertest nachgewiesen. Bei einem Wanderurlaub hatte er sich nämlich mit dem Corona-Virus infiziert. Und mittlerweile ist der Mediziner sogar zusätzlich geimpft! Seitdem der Arzt jedoch einen Lawinenunfall überlebte, sei er jedoch vom Tragen der Masken befreit. Glücklicherweise ist der ambitionierte Arzt dem Erstickungstod unter den Schneemassen gerade noch so entronnen. Doch: „Seither halte ich nichts mehr vorm Mund aus.“, schilderte der Hausarzt gegenüber Medien. Jetzt muss er seine Patienten dennoch wegen der über ihn verhängten Berufsverbots vorerst im Stich lassen.

Arzt: Versiffte, verschnupfte Masken

Eine Gemeinheit und zu Unrecht, wie viele finden. Auch der 55-Jährige selbst zeigte sein Unverständnis gegenüber Medien, dass er sämtliche Sicherheitsvorkehrungen stets eingehalten habe: „Es dürfen nur maximal fünf Leute in den Warteraum und bei schönem Wetter bitten wir sie, draußen zu warten. Es darf auch nur jeweils ein Patient in die Ordination.“ Und im Kontakt mit gefährdeten Patienten sei die Maskenpflicht auch stets eingehalten worden. Dennoch sieht der Arzt die Masken und den Umgang damit kritisch: „Wenn Sie solche Masken sehen würden wie ich, nämlich versifft und verschnupft, dann würden Sie sich auch fragen, ob die Masken nicht kranker machen, als dass sie schützen. Stoffmasken konnte man wenigstens waschen“, so der Doktor gegenüber der Kronenzeitung.

Strafprozess und Disziplinarverfahren

Gegen den Arzt läuft nun ein Strafverfahren, weil er die Masken-Befreiungsatteste Medienberichten zufolge „zu großzügig“ ausgestellt habe. Gleichzeitig arbeitet auch die Ärztekammer derzeit an einem Disziplinarverfahren, das zu einem Berufsverbot für den beliebten Hausarzt führen soll.

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