Mit dem bevorstehenden Monat ist Halbzeit in diesem Jahr und ab dem Termin der Sonnenwende (heuer am 21. Juni) beginnt zwar der Sommer, doch der Tag beginnt schon wieder abzunehmen und es fängt wieder an, früher dunkler zu werden.

Der Tag der Sonnenwende ist seit jeher mit dem Abbrennen von Feuern verbunden. Die Wurzel für diesen Brauch liegt in dem Glauben der Naturvölker, dass man über Naturkräfte Gewalt erlangen kann, indem man sie nachbildet. Da man die irdischen Feuer dem Sonnenfeuer gleichsetzte, glaubte man, damit die Sonne beeinflussen zu können. Durch das Abbrennen eines Feuerstoßes sollte die positive, segen- und fruchtbringende Sonnenkraft für Felder, Vieh und Menschen beschworen werden.

Die Sonnwendfeiern sind heute längst wieder zum Allgemeingut der Brauchtums­pflege geworden. Insbesondere der Sommertermin wird von zahlreichen Veranstaltern wie Feuerwehren, Sport- oder Brauchtumsvereinen an allen möglichen Orten zelebriert, die Tourismuswirtschaft ist ebenfalls schon längst darauf angesprungen und bewegt die Massen.

Ein Paradebeispiel dafür ist die Sommersonnenwende in der Wachau und im Nibelungengau entlang der Donau. Die Schiffe, von denen aus man die Höhen- und Uferfeuer hervorragend beobachten kann, sind ausgebucht, Reisebusse und Privatautos fahren in Verkehrs- und Stauspitzen. Aber man wird mit einem flammenden wie zündendem Spektakel entschädigt, verbunden mit Gourmet- und Weinangeboten, die zur Feier des Tages aller Ehren und Lobes wert sind.

Für die Sonne selbst war und ist so ein Feiertag keine Sensation, denn sie wendet sich seit eh und je zweimal jährlich im unabänderlichen Kreislauf der Natur…

 

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