Die Impf-Kampagne der Regierung, samt aller Propaganda, läuft auf Hochtouren. Dabei soll alles angeblich „freiwillig“ sein. Immer häufiger aber zeigt sich, dass Menschen berufliche Konsequenzen zu befürchten haben, wenn sie sich nicht impfen lassen. Wie der Fall der Schauspielerin Eva Herzig zeigt, deren Rolle im ORF-„Steirerkrimi“ einfach gestrichen wurde: Der Zwang ist längst auch im Kulturbetrieb angekommen. Dass das kein Einzelfall ist, lässt nun ein Schreiben vermuten, das von der Wiener Staatsoper stammen soll. 

  • Angebliche Fürsorgepflicht: Mitarbeiter müssen Bescheid geben, ob sie sich impfen ließen
  • Wer sich nicht impfen lässt, oder keine Auskunft erteilen will, dem droht Kündigung oder sogar Entlassung
  • Grund für die Durchimpfung: Die Vakzine sind nicht zu 100% wirksam…
  • Staatsoper äußert sich nicht zu den Vorwürfen
  • Operndirektor bereits in der Vergangenheit im Zentrum öffentlicher Kritik

Angebliche „Fürsorgepflicht“: Bei Mitarbeitern schnüffeln

Der Ruf des „Ersten Hauses am Ring“ als eines der wichtigsten Opernhäuser der Welt eilt der traditionsreichen Einrichtung voraus. Dieses stand freilich schon in früheren Zeiten im Verdacht, sich mit den Vorgaben auch totalitärer Machthaber zu arrangieren, um den Spielbetrieb möglichst ungestört durchführen zu können. Im Zusammenhang mit der umstrittenen Corona-Impfung leistet die Staatsoper aber offenbar sogar vorauseilenden Gehorsam.

In einem Schreiben, das dem Wochenblick vorliegt, soll die Staatsoper von den im Haus tätigen Mitarbeitern etwa verlangen, dass diese dem Arbeitgeber Auskunft über ihren Impf-Status erteilen. Dies wird mit der „Fürsorgepflicht“ begründet. Diese sei insbesondere im Bereich des technischen Personals ausgeprägt, weil es sich um körpernahe Tätigkeiten handle. Das Tragen von Masken würde zwar das Infektionsrisiko senken, allerdings nicht völlig ausschließen. Aber das ist noch nicht alles: Denn, wer sich nicht impfen lässt oder diese Entscheidung für sich behält, der riskiert eine Kündigung.

Wer Impfung verweigert oder verschweigt, fliegt

Denn diese Auskunftspflicht soll auch gegenüber anderen Mitarbeitern gelten. Wird sie nicht wahrheitsgetreu beantwortet, so das Schreiben, bestünde „das erhebliche Risiko, dass die Wiener Staatsoper GmbH das Arbeitsverhältnis beendet (Kündigung, möglicherweise sogar Entlassung)“.

Dies gelte auch dann, wenn sich „ein Arbeitnehmer nicht impfen lässt, obwohl er die Möglichkeit dazu hätte und auch keine medizinischen Gründe gegen seine Impfung sprechen“. Betroffene könnten sich gegen diese Kündigung nicht zur Wehr setzen, weil es sich um einen „sachlich gerechtfertigten Grund“ handle und somit „kein sittenwidriges oder verpöntes Motiv“ vorliege.

Durchimpfung, weil Vakzine nicht ausreichend wirken?

Vorab verneint die Staatsoper im auf dem 2. Juni datierten Schreiben auch, dass dabei eine wie auch immer geartete Diskriminierungproblematik entstünde. Denn diese verbiete eine Ungleichbehandlung nämlich nur auf Basis des Geschlechts, der Ethnie, der Religion oder Weltanschauung, des Alters oder der sexuellen Orientierung. Gesundheitliche Gründe seien nicht umfasst.

Die Begründung für den mutmaßlichen Impfzwang lässt auch tief blicken: Es wird nämlich argumentiert, dass auch für Geimpfte ein Infektionsrisiko bei längerem Kontakt mit Ungeimpften bestünde. Dies sei relevant, weil „eine Impfung offenbar keinen 100%igen Schutz bietet“. Sprich: Die Mitarbeiter werden zur Impfung gezwungen, weil diese offenbar zu wenig wirksam ist.

Warum errichtet Staatsoper eine Schweigemauer?

Bei der Frage, ob tatsächlich eine Impfpflicht in der Staatsoper besteht, hüllt man sich vor Ort allerdings in Schweigen. Eine Stellungnahme auf unsere ausführliche schriftliche Anfrage an das Opernhaus traf zwar nachweislich bei der Staatsoper ein. Trotz des Versprechens in der automatisch generierten Antwort, sich um eine „schnellstmögliche“ Bearbeitung zu kümmern, bleibt man uns auch nach einer Woche eine Antwort schuldig.

Eine offizielle Bestätigung, ob an Wiens bekanntestem Opernhaus ein Impfzwang besteht, ist daher also weiter ausständig. Nichtsdestotrotz spricht es Bände über die Informations-Arbeit einer renommierten Kultureinrichtung, Anfragen kritischer Medienfragen auch nach Tagen nicht zu bearbeiten. Ist das gesellschaftspolitisch heikle Thema etwa zu brisant, um sich dazu gegenüber Medien zu äußern?

Operndirektor auf Gnaden der Roten

Das 1869 eröffnete Opernhaus befindet sich seit der vergangen Spielzeit unter der Leitung von Bogdan Roščić. Der gebürtige Serbe wuchs in Linz auf und machte sich in der Folge einen Namen in der Musikbranche. Neben Erfahrungen als Radio-Mitarbeiter beim Staatsfunk Ö3 hatte er über zehn Jahre eine leitende Position bei den riesigen Musikfirmen Decca und Sony Music. Über eine vorausgehende leitende Funktion bei einer ähnlichen Einrichtung, sprich einer Oper, verfügt Roščić hingegen nicht. 

Nach der Bestellung wurden kritische Stimmen laut, dass es sich womöglich um eine politische Postenbesetzung handelt. Denn die Bestellung erfolgte auf Initiative des einstigen Kulturministers Thomas Drozda (SPÖ), dessen Hang zum „Salonbolschewismus“ – der spätere Geschäftsführer der einstigen Arbeiterpartei hat eine Vorliebe für teure Uhren und Autos – stets für Wirbel sorgte. Die Bestellung galt als faustdicke Überraschung.

Roščić geriet auch wegen Plagiatsvorwürfen im Bezug auf seine Dissertation in die Schlagzeilen, durfte seinen Doktortitel aber letztendlich doch behalten. Detail am Rande: Die Spitze jener Partei, unter deren Ägide seine Bestellung geschah, macht sich seit Monaten für besonders harte Corona-Maßnahmen stark. Nur ein Zufall?

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