In einem widersprüchlichen Kommentar beklagt der Sohn von US-Investor George Soros, Alexander, die falschen und massiven Online-Unterstellungen, sein Vater habe etwas mit den Black Lives Matter (BLM) Ausschreitungen zu tun. Das sei einerseits antisemitisch und gegenüber Schwarzen und Braunen rassistisch, weil man ihnen nicht zutraue, selbst so eine Bewegung auf die Beine zu stellen – also beschuldige man die Juden. Gleichzeitig kündigte er an, die Open-Society-Stiftung werde 220 Mio. US-Dollar für die Gleichstellung der Rassen in den USA investieren.

Finsterste Verschwörungstheorien

Juden für Bürgerrechtsbewegungen verantwortlich zu machen, sei Lehrbuch-Taktik der weißen Vorherrschaft (White Supremacy). Und der Antisemitismus werde wieder geschürt, schrieb Alexander S. in einem Kommentar auf NBC News. Schon im Oktober 2018 sei sein Vater, ähnlich massiv und fälschlich beschuldigt worden, eine Migranten-Karawane zur südliche Grenze zu finanzieren. Auch wegen der Unterstützung einer liberalen Strafjustiz, habe man ihm unterstellt, für die Unruhen in Chicago und anderen US-Städten mit verantwortlich zu sein, denn das bringe Verbrecher auf die Straße. Solche Lügen kommen von jenen, die ihre Macht und Position, wegen der Forderung nach Gerechtigkeit, bedroht sehen. Als antijüdische Propaganda und Verschwörungstheorie „aus der finstersten Internet-Ecke“ bezeichnete Alexander auch die wiederholt auftauchende „Ersatz-These“, dass böse jüdische Finanziers Weiße durch angeblich leichter formbare, farbige Menschen ersetzen wollen.

Alles nur aus Solidarität

Das Weltbild seines Vaters sei tief von dessen Überlebenskampf im Nationalsozialismus geprägt. Sein Vater habe seit den frühen 1980er Jahren über 15 Mrd. US-Dollar verschenkt, um sein Ideal einer „offenen Gesellschaft“, mit den Kernelementen Gleichheit und Schutz der Grundrechte des Einzelnen, umzusetzen. Das sei keine Wohltätigkeit, sondern pure Solidarität mit anderen, die ein ähnliches Schicksal haben. Sein Vater glaube an eine offene Gesellschaft, weil Juden und andere Minderheiten gesetzlich verbriefte Rechte und Gleichheit brauchen, um einen weiteren Holocaust zu verhindern. Man habe sich damit viele politischen Feinde gemacht, etwa Russlands Präsident Wladimir Putin und Ungarns Regierungschef, Viktor Orban, der sich des Antisemitismus bediene und seinen Vater als „existenzielle Bedrohung“ dargestellt habe.

Soros-Spendenplattform für BLM

Laut Influencewatch haben die Gründer von Black Lives Matter gute Beziehungen zu großen „linksradikalen Organisationen“. Insbesondere bei Spenden, spielt etwa die Democracy Alliance eine Schlüsselrolle. George Soros ist Gründungsmitglied dieses größten, liberalen US-Spendenaufruf-Lobby-Netzwerkes. Die Mitglieder müssen mindestens 200.000 US-Dollar jährlich zur Verfügung stellen und folgen dabei Empfehlungen der Allianz. 2015 gab es etwa den Aufruf, Black Lives Matter mehr Geld zu geben: konkret, an das Black Youth Project 100, das Center for Popular Democracy, das Black Civic Engagement Fund, Color of Change und das Advancement Project. Die Allianz unterstützt im aktuellen US-Wahlkampf auch die linken Demokraten.