Immer wieder sorgen die Zuwendungen des Soros-Netzwerks für migrationsfreundliche und linke Gruppierungen für Schlagzeilen. Kritik ist oft unerwünscht. 

Kommentar von Alfons Kluibenschädl

Ich staunte nicht schlecht, als ich am Montag den Browser anwarf und sowohl der ORF als auch die „New York Times“ prominent vom neuesten Schachzug des US-Milliardärs berichtete. Nicht weniger als 220 Mio. Dollar will der gut vernetzte Börsen-Spekulant an Organisationen im Kampf gegen angeblichen Rassismus spenden.

220 Mio. Dollar – ohne Hinterfragung des Zwecks

Der Großteil dieser Summe – nämlich 150 Mio. – gehen an ausgewählte schwarze Interessensgruppen. Darunter befindet sich etwa der „Black Voters Matter Fund“, der seinerseits Kampagnen für Gruppen fahren will, die sich gegen „überschießende Gewalt des Justizsystems“ einsetzen oder gegen den Verlust der Wählerstimme für schwarze Häftlinge.

Ein weiterer Empfänger des Gelds ist die quasi-religiöse Gruppe „Repairers of the Breach“ des früheren NAACP-Aktivisten und Pfarrers William Barber, der sich im politischen Vorfeld der Demokratischen Partei bewegt. Der Zusammenschluss setzt sich für die Rechte von angeblich Benachteiligten aller Richtungen ein – nach Eigendefinition also „Arme, Frauen, Schwule, Kinder, Arbeiter, Einwanderer, farbige Gemeinschaften und Kranke“.

Kurios wird es dann aber bei den 70 übrigen Mio. Dollar. Diese sollen nämlich für „regionale Ausschüttungen zur Unterstützung von Veränderungen im Polizei- und Justizwesen“ anfallen. Außerdem sollen Menschen für „zivilgesellschaftliches Engagement“ und Praktika bezahlt werden – und „politische Schulung für junge Leute“ bieten.

Geld für linke und „weltoffene“ Projekte

Was man unter „zivilgesellschaftlichem Engagement“ und „politischer Schulung“ im Sinne der Soros-Stiftung verstehen kann ist klar: möglichst links, möglichst für die Minderheiten und möglichst gegen die verhasste, weiße Mehrheitsgesellschaft. Und unter „Veränderung der Polizeistrukturen“ dürften sich wohl alternative Ideen verbergen, mit denen die Polizei wie in Minneapolis aufgelöst wird zugunsten umstrittener Experimente mit Sozialarbeitern.

Aber all das ist nicht neu. Das für Liebhaber der Transparenz Angenehme ist, dass Soros seit Jahren gar keinen Hehl aus seinen vermeintlich „philanthropischen“ Ausgaben macht. Durch diese Offensive nimmt er Kritikern einigen Wind aus den Segeln. Damit schafft Soros, dass auch die Debatte um von seiner Stiftung unterstützte, teils zwielichtige Vereine, fast nicht stattfindet. Und darunter befinden sich sogar solche, die im Vorfeld der islamistischen Muslimbruderschaft operieren. 

Soros-Kritik mit Antisemitismus-Keule bekämpft

Traut sich dann doch einmal jemand, die Stimme zu erheben, erntet dieser sofort die Antisemitismus-Keule. Zwar stammt der 1930 als György Schwartz in Budapest geborene Soros wirklich aus einer jüdischen Familie. Auf die Konfession seiner Eltern reduzieren den liberalistischen Atheisten allerdings stets nur jene, die mit ebendieser Keule jede Debatte über die illustren Gebaren des Milliardärs ersticken wollen. Die allermeiste Kritik richtet sich nämlich ausschließlich an den Zielsetzungen seiner finanziellen Zuwendungen aus.

Was Soros mit seinem Geld macht, mag vielleicht seine Sache sein. Aber es muss legitim sein, sich dagegen auszusprechen, dass ein US-Financier weltweit die öffentliche Meinung und demokratische Willensbildung durch üppige Spenden verschiebt. Dies gilt insbesondere dann, wenn sich diese Aktivitäten durchwegs gegen die Leitkultur, Ordnungssysteme und originale demographische Zusammensetzung eines Landes richten.

Kritik muss legitim bleiben!

Das ist kritikwürdig – völlig egal, ob Soros jetzt aus der Steiermark, aus Russland oder vom Stern Alpha Centauri kommt. Und man kann sicherlich auch verstehen, weshalb die ungarische Regierung angesichts ständiger, einseitige Einmischungen des Soros-Umfelds keine besondere Freude mehr mit seinen Einrichtungen in ihrem Land hatte. Aber das ist eine Frage für ein andermal.