Die „Central European University“ (CEU) von US-Milliardär George Soros hat jetzt ihren Studienbetrieb in Wien aufgenommen. Nach Kontroversen wegen eines neuen, ungarischen Hochschulgesetzes suchte die CEU einen neuen Standort und wurde nach Wien eingeladen. Die Akkreditierung in Ungarn läuft noch bis 2022. Rektor Michael Ignatieff: man werde vor Orban aber nicht kapitulieren und die freie Forschung in Budapest weiter verteidigen.

Der Umzug nach Wien kostete die CEU 250 Millionen Euro. Vorläufiger Standort ist Wien-Favoriten, später soll es eine Verlegung auf das Areal des Otto-Wagner-Spitals in Wien Baumgarten geben. Im aktuellen Übergangsjahr werden insgesamt 600 Studienanfänger der US-akkreditieren Studienprogramme mindestens ein Trimester in Wien verbringen…

CEU wird 16. österreichische Privatuniversität

Den Rest der Zeit studieren sie am bisherigen Campus in Budapest. Die Lehrenden werden tageweise hin- und herpendeln. Ab 2020/21 werden alle Studienprogramm nur noch in Wien angeboten. Neben den US-akkreditierten, sind das auch die neuen österreichischen Bachelor-Programme. Diese waren Voraussetzung dafür, dass die CEU als 16. Österreichische Privatuniversität akkreditiert werden konnte und hier Abschlüsse vergeben darf.

Freude in Wien und große Ehrung

Nach den Kontroversen mit Ungarn setzten sich schon im Jahr 2017 Wiens grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou und Ex-Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) für die Verlegung der CEU nach Wien ein. Seither laufen Verhandlungen mit der Stadt. Im November 2018 traf sich Soros auch mit Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz. Dieser begrüßte ebenso wie der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig die CEU-Ansiedlung. Wien erwartet sich immerhin 1.000 neue Arbeitsplätze und weitere Wirtschaftsimpulse. Ob die CEU auch Geld von der Hauptstadt bzw. vom Bund bekommt, ist nicht bekannt. Im vergangenen Frühjahr erhielt Soros für seine CEU-Ansiedlung das Große Goldene Ehrenzeichen

Orban-Soros Konflikt hält an

Orban und Soros sind wegen ihrer völlig unterschiedlichen Haltungen zu Grenzschutz, Migration und zentralistischer EU-Politik alte „Intimfeinde“. Soros investiert sein, vor allem durch Spekulationen erworbenes, Milliarden-Vermögen in globale Kampagnen für eine Welt ohne Grenzen und für ein Menschenrecht auf Migration. Orban beharrt auf der Souveränität der Nationen mit christlicher Ausrichtung und Autarkie gegenüber Brüssel. Soros warf Orban kürzlich vor, aus Ungarn einen „Mafiastaat“ gemacht zu haben. Orban wiederum forderte, dass „NGOs vom Typ Soros Mitteleuropa verlassen sollen…“.