Weil er neue russische Pässe organisierte oibwohl er in Russland angeblich verfolgt werde, muss sich ein Tschetschene vor Gericht verantworten.

In Graz muss sich ein Tschetschene vor Gericht verantworten, weil er und seine Eltern mutmaßlich über mehrere Jahre hinweg etwa 100.000 Euro Sozialhilfe illegal bezogen haben sollen.

Der Mann gab an, aus dem zu Russland gehörenden Tschetschenien geflüchtet zu sein, da er von Vetretern der russischen Behörden misshandelt worden sei. Obwohl der Mann dies als Asylgrund angab, besorgte er sich wieder einen russischen Pass.

Pass nicht gemeldet

„Das ist gewerbsmäßig schwerer Betrug. Sie haben Asyl erhalten, weil Sie in Russland politisch verfolgt wurden. Dann organisieren Sie sich aber einen russischen Reisepass, obwohl Sie angeblich genau dort verfolgt werden. Das passt alles nicht zusammen.“ sagte der zuständige Staatsanwalt Johannes Winkelhofer der „Kleinen Zeitung“.

Der arbeitslose Angeklagte versäumte es mutmaßlich mit Absicht den Behörden zu melden, dass er einen neuen Reisepass hat. Dies hätte ihn seinen Asylstatus und in weiterer Folge auch seine staatliche Unterstützung gekostet.

Betrug im Familienverband?

Der Tschetschene gibt zu seiner Verteidigung an, dass er nicht wusste, dass er dies zu melden hatte. Sowohl der 48-Jährige auch als seine Ehefrau mit sechs Kindern und seine bereits abgeschoben Eltern verheimlichten den Behörden die Dokumente.

Zusammen mit seiner Gattin soll der Tschetschene rund 33.000 Euro Mindestsicherung erhalten haben. Die Eltern des Tschetschenen sollen zusätzlich 67.000 Euro bezogen haben. „Sie haben Ihre Eltern bei den Täuschungen unterstützt, Ihr Familienverband hat zulasten der Republik Österreich illegal Geld erschlichen“, so der Staatsanwalt.