Wochenblick ist nun der T-Zell-Immunität auf den Grund gegangen. Wir haben eines der wenigen Labors in Österreich gefunden, das einen T-Zell-Immunitätsnachweis anbietet. Das Labor „myLab“ in Linz. Der Laborleiter Dr. Paul Niedetzky hat sich für den Wochenblick Zeit genommen.

Von Birgit Pühringer

  • Labor in Linz „myLab“ bietet Immunitätsnachweis an
  • langjährige Immunität durch T-Zellen
  • gute Gründe für Test
  • jedoch kein Nachweis laut COVID-19-Öffnungsverordnung

„Unser Labor bietet in Kooperation mit einem Berliner Labor einen Test zum Nachweis der T-Zell-Immunität an. Bei uns erfolgt die Blutabnahme, zur weiteren Auswertung wird das Blut nach Berlin geschickt. Dieses Labor hat eine sehr gute Methode etabliert“, so Dr. Niedetzky. „Es werden körpereigene T-Zellen-Kulturen isoliert, in einer Zellkultur vermehrt und mit SARS-CoV-2 spezifischen Eiweiß-Bruchstücken stimuliert. Dieser Test ist jedenfalls darauf ausgelegt festzustellen, ob jemand überhaupt schon mit SARS-CoV2 infiziert war.“

Nicht als Nachweis im Sinne der 3G-Regeln

Für den Nachweis im Alltag, also zum Friseurbesuch, den Besuch im Gasthaus oder gar den Urlaub, sei dieser Test nicht geeignet. Er gelte rechtlich nicht als Nachweis einer überstandenen Corona-Infektion. In der sogenannten COVID-19-Öffnungsverordnung wird er nicht erwähnt. Dennoch gebe es gute Gründe, weshalb ein solcher Test sinnvoll sei.

Immunität nach Infektion

„Es gibt drei gute Gründe, so einen Test machen zu lassen. Erstens: Man hatte in der Vergangenheit eindeutige Symptome, wurde aber nie mittels PCR-Test getestet. Deswegen möchte man das abklären lassen. Zweitens: Man hatte nachweislich eine Corona-Infektion, die mittels PCR bestätigt wurde. Deswegen möchte man wissen, ob man eine Immunität aufgebaut hat“, erklärt der Experte.

Nach Impfung keine Antikörper, aber T-Zell-Immunität

„Oder aber drittens: Man hat Grunderkrankungen und auch eventuell Behandlungen, durch die das Immunsystem beeinträchtigt ist, und keine Antikörper nach einer Corona-Impfung gebildet werden. In diesem Fall ist ein Test zum Nachweis der T-Zell-Immunität empfehlenswert. Diese ist nämlich nachweisbar, ohne dass man Antikörper aufgebaut haben muss. Die T-Zell-Immunität besteht viele Jahre, bei manchen Krankheiten ein Leben lang.“

Hand in Hand

Die T-Zellen, die sogenannten Gedächtniszellen, speichern die Informationen des Virus ab und erkennen diese bei erneuter Infektion wieder. Die Abwehr im Körper setzt dann viel schneller ein, und das Virus kann sich nicht weiter vermehren. Es folgen leichtere Symptome. Im Gegensatz dazu verhindern die Antikörper, dass das Virus überhaupt an Zellen im Körper andocken kann. „Beides – Antikörper und T-Zell-Immunität – funktioniere Hand in Hand“, bringt es Dr. Niedetzky auf den Punkt.

Starker Immunschutz

Auf der Seite von „myLab“ heißt es: „Eine T-zelluläre Immunität geht mit einem starken Immunschutz einher, auch bei fehlendem Antikörpernachweis.“ Auch wenn die Kosten für den Test selbst zu tragen sind, sollte diese Möglichkeit unbedingt in Betracht gezogen werden.

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