Auch Bürgerliste im Visier der Ermittler, keine Hinweise auf „rechte Täter“.

Unmittelbar nach dem Brandanschlag auf ein unbewohntes Flüchtlingsheim in Altenfelden (Bez. Rohrbach, OÖ) am 1. Juni wussten die meisten Medien schon, wo die Täter zu suchen seien. Die Täter müssten, so liest man bis heute, aus der „rechtsextremen Szene“ kommen. 10 Tage nach dem Anschlag hat die Polizei weder konkrete Hinweise, noch Tatverdächtige.

Nach dem Brand des Flüchtlingsheimes wurde ein 8-köpfiges Ermittlungsteam einberufen, das primär aus Beamten des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) besteht und mit Hochdruck an der Aufklärung arbeitet. Als erste Maßnahme wurde eine Belohnung in Höhe von 5.000 Euro auf den Täter ausgesetzt. Trotz dieser Summe seien die Hinweise aus der Bevölkerung vergleichsweis eher mäßig, sagt Landespolizeidirektor Andreas Pilsl. Prinzipiell funktioniere die Zusammenarbeit mit Bevölkerung und Polizei aber gut.

Bürgerinitiative und „rechte Szene“ im Visier

18 einschlägig bekannte Personen aus der „rechten Szene“ in Altenfelden wurden direkt 2 Tage nach der Tat befragt, sie weisen jedoch alle ein wasserdichtes Alibi auf. Auch wurden alle Gasthäuser, Kaffees und Vereinslokale durchkämmt, die möglichen Täter konnten auch dort nicht ausfindig gemacht werden. Weiters wurden die gesamt vorhandene Videoüberwachung in Altenfelden ausgewertet, auch hier keine verdächtigen Personen oder Fahrzeuge.

Eine Altenfeldnerin forderte in einem Schreiben die Bürger auf, gegen den Bau des Flüchtlingsheimes vorzugehen und sammelte dabei etwa 200 Unterschriften. Auch diese Personen stehen im Fokus der Ermittler und sollen überprüft und befragt werden.

Brandstifter aus „linksextremer Szene“?

Auf Nachfrage, ob Ermittlungen auch in der „linksextremen Szene“ geführt werden würden, sagt der Leiter des Landeskriminalamtes Gottfried Mitterlehner, der am Freitag gemeinsam mit Landespolizeidirektor Andreas Pilsl und Verfassungsschutz-Chef Michael Tischlinger eine Pressekonferenz gab: „Wir decken bei den Ermittlungen das gesamte Spektrum ab, es ist gar nichts auszuschließen. Genauso gut könnte es auch irgendein Pyromane sein.“ Auch die „Hasswelle“ in Form von „Hass-Emails“ gegen den Altenfeldner Bürgermeister, von dem manche Medien berichteten, stellte sich als Zeitungs-Ente heruas. Mitterlehner: „Es geht um ein E-Mail. Das E-Mail wurde mir vorgelesen und ich konnte darin keinerlei Zusammenhang mit rechtem Gedankengut erkennen.“