Der ehemalige SPD-Chef Sigmar Gabriel äußerte sich zum Wahlsieg der Sozialdemokraten bei den dänischen Parlamentswahlen und meinte die SPD solle sich an der Asylpolitik ihrer dänischen Schwesternpartei ein Beispiel nehmen. Die Partei hatte mit ihrer Vorsitzenden Mette Frederiksen auf eine strenge Einwanderungs- und Integrationspolitik gesetzt und damit die Wahlen gewonnen.

Gabriel schrieb in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt, dass es für die deutschen Sozialdemokraten Mut erfordere, den Weg der Genossen aus Dänemark zu gehen. Die Dänen hätten bei ihrem Wahlsieg Antworten auf Fragen gehabt, denen sich die Spitze der SPD in Deutschland seit Jahren verweigert und nicht mehr auf die Basis eingehen würde.

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SPD muss sich Herausforderung stellen

„Die Spitzenkandidatin Mette Frederiksen hatte bei ihrem drastischen Positionswechsel in der Migrations- und Zuwanderungspolitik keine Angst davor, in die Nähe der dänischen Rechtspopulisten zu geraten. Im Gegenteil: Sie wollte Menschen zurückgewinnen, die sich mit einer weniger stark gesteuerten Zuwanderungspolitik schlicht überfordert fühlen und zugleich täglich beobachten können, wie häufig Integrationsbemühungen scheitern“, meinte der Ex-SPD-Chef.

In der SPD wären jedoch alle Bemühungen, eine Überforderung der Integrationsleistungen durch eine humane Flüchtlingspolitik verhindert und abgewiesen worden. Die dänischen Sozialdemokraten hätten sich den Herausforderungen der Migration konsequent gestellt.