Der Ort Ohlsdorf bei Laakirchen ist ein Musterbeispiel dafür, wie das Innenministerium die Gemeinden austrickst. Letzten Sommer, im Jahr des großen Ansturms, bekam der Ort mit seinen 5.000 Einwohnern ein Containerdorf mit rund 100 Asylwerbern.

Damals waren viele Frauen und Kinder darunter, denn das war auch die Zusage des Innenministeriums, als man die Ohlsdorfer zwangsbeglückte. Doch wenige Monate später waren die Familien verschwunden und einer reinen Männer-Belegschaft gewichen.

Versprechen gebrochen – Schreiben sorgt für Aufregung

Asyl-Versprechen: Statt Familien kommen Männer

Anfang des Jahres wuchs dann der Unmut in der Gemeinde, die anfänglich voller Euphorie noch eine Initiative „Willkommen in Ohlsdorf“ gegründet hatte. Viele Anrainer waren verunsichert und verärgert und so bemühte sich die Vizebürgermeisterin des Ortes, Ines Mirlacher (SPÖ), das Stimmungsbild mit einer Unterschriftensammlung einzufangen.

Viele Ohlsdorfer unterschrieben also gegen das Männer-Asyl-Heim im Ort und diese Unterschriften gingen mit einem entsprechenden Schreiben an das Innenministerium in Wien. Die offizielle Antwort des Ministeriums erinnert an den Adenauer-Ausspruch „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“: Das Ministerium teilte mit, dass sich die „Umstände“ eben geändert hätten und jetzt auch männliche Asylwerber ein Dach über dem Kopf brauchen würden. Das Schreiben kann hier eingesehen und heruntergeladen werden.

Totale Asyl-Verarsche: Statt Familien kommen Männer

Vizebürgermeisterin Mirlacher ist naturgemäß über die Antwort nicht erfreut: „Derzeit befinden sich meistens um die 60 – 70 Asylwerber in Ohlsdorf, – nur Männer. Versprochen wurden uns voriges Jahr mindestens 60 % Familien.“ Man müsse eben zur Kenntnis nehmen, dass man als Gemeinde keinen Einfluss darauf nehmen könne.

Als Sozialdemokratin gegen grenzenlose Aufnahme

Ines Mirlacher versteht die Sorgen der Menschen. „Natürlich flüchten die Menschen nicht gerne aus ihrer Heimat, selbst Wirtschaftsflüchtlinge sind arme Menschen, aber auch als überzeugte Sozialdemokratin muss ich sagen, alle können nicht zu uns kommen, und wenn jemand straftätig wird, dann hat er auch jedes Recht auf ein „Willkommen“ verloren.“ Es sei ein sehr sensibles Thema, „aber ich glaube Menschen, die vor Krieg flüchten, denen steht auf jeden Fall Hilfe zu!“ Sie findet schade, dass sich alles in der Politik nur mehr um das Asylthema drehe und eine Lösung sei nur gemeinsam möglich.

„Wir müssen auf jeden Fall mit Menschlichkeit an die Sache gehen, gegenseitige Hetze bringt uns nicht weit. Weder von rechts noch von links.“ In jedem Fall gehe es um Menschlichkeit, ist die SPÖ-Politikern überzeugt. „Menschen, denen kein Asyl zusteht, müssen auch verstehen, dass nicht jeder nach Europa kommen kann.“

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