Für Heiterkeit und für Klicks im Internet sorgt zurzeit das Spottlied „Weit hamma’s bracht“ aus Oberösterreich, mit dem das planlose Herumwurschteln der Regierung bei der Pandemiebekämpfung und deren total überzogene Maßnahmen in Art einer Bänkelsänger-Moritat besungen werden.

Von Kurt Guggenbichler

Ins Netz gestellt wurde das Lied am Tag der sogenannten Öffnung von Dienstleistungs- und Handelsbetrieben. Während des langen Lockdowns waren zwar die meisten Künstler zum Nichtstun gezwungen gewesen, was öffentliche Auftritte betraf, doch einige von ihnen sind trotzdem nicht untätig geblieben. Darunter auch eine Komponistin (Name der Red. bekannt), die sich angesichts der tristen Lage nicht nur ihrer Branche, sondern aller Menschen in diesem Land, hinsetzte und ein Lied kreierte, das unsere derzeitige Situation sehr treffend beschreibt, wie viele Leute finden.

Liedtext spiegelt momentane Situation wider

„Ma‘ fahrt die Wirtschaft in dem Land, Kultur und Leben an die Wand“, reimte sie ehrlich und kritisch, „aber nicht untergriffig“, wie die Komponistin betont: „In dem Lied geht es um nicht realisierte Versprechungen, nicht vorhandene Masterpläne, um viele zerstörte Existenzen, um traurige, verzweifelte, enttäuschte und hoffnungslose Menschen…“
Darüber sollte man nachdenken, rät sie, und die realen Gegebenheiten werde man wohl noch beim Namen nennen dürfen.
Einer, der aus seinem Herzen ebenfalls keine Mördergrube macht, ist der Gmundner Musiker Flo Daxner, ein früheres Ensemblemitglied der ehedem volkstümlichen Musikgruppe „Steirerbluat“. Heute steht Daxner mit „Cäpt’n Klug & Die Zwergsteirer“ auf der Bühne, falls das wieder einmal uneingeschränkt möglich sein sollte. „Ich bin nämlich nicht bereit, vor Vermummten zu spielen“, sagt Flo, der der Interpret des neuen Spottliedes „Weit hamma’s bracht“ ist.

Impfen, Impfen, Impfen

Es sei ihm ein großes Bedürfnis gewesen, dieses Lied zu singen, das ihm und vielen anderen Menschen aus der Seele spreche. „Sie ham glaubt, a Lockdown kann nix schad’n. A paar Firmen und die Künstler geh’n halt bad‘n. Pass guat auf, die Skeptiker und Zweifler, die werd’n verjagt, so wia der Doktor Eifler!“, verweist er auf die zweite Strophe, nachdem sich Flo gleich zu Beginn der Moritat über Nasenbohrer-Manie der Regierung lustig macht: „Sie ham g’sagt, es is zu unserm Besten. Was ma‘ braucht, ist testen, testen, testen. Große Show bei Pressekonferenzen, es geht um Angst, ned nur um Inzidenzen. Und sie sag’n, obwohl Experten schimpfen, all‘s ok, all’s impfen, impfen, impfen!“
Impfen wolle er sich jedenfalls nicht lassen, betont Daxner als er gerade dabei ist, das eingesungene Lied vorzuspielen.
Anfang Juni, erwähnt er beiläufig, werde auch Peter Westenthaler, den er von Kurt Faists Prominentenskirennen vom Semmering her kennt, ein Lied bei ihm in Gmunden aufnehmen. „Es wird aber weder ein Spottlied noch ein Protestsong sein“, sagt Flo Daxner, „sondern ein freundlicher, erbaulicher Song.“

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