Sri Lankas Katholiken sind seit den Anschlägen islamistischer Terroristen am Ostersonntag, bei denen 257 Menschen ermordet wurden, von den Kirchen ausgesperrt. Denn es gab neue Terrordrohungen gegen ihre Einrichtungen ein. Diese bleiben daher vorläufig geschlossen.

Ein Beitrag von Kornelia Kirchweger

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Laut Daily Mail wurde die Kirche über zwei weitere, mögliche Anschläge informiert. Fünf Messen wurden abgesagt. Aus den Plänen, die Messen nach den Mordanschlägen wiederaufzunehmen, wird vorläufig nichts. Auch Muslimen wurde letzte Wochen geraten, dem Freitagsgebeten fern zu bleiben.

Polizei veröffentlicht Liste von Attentätern

Der Kardinal hat die Regierung für ihr offensichtliches Versagen kritisiert, neue Geheimdiensterkenntnisse zu den Osteranschlägen und einigen Attentätern nicht weiterzugeben.

„Auf Anraten der Sicherheitskräfte, haben wir entschieden, keine Sonntagsmessen in den Kirchen abzuhalten“, sagte der Sprecher. Ranjith hielt dafür in seiner Residenz in Colombo, eine Messe im Beisein von Kirchenvertretern und nationalen Vertretern ab, die im TV übertragen wurde.

In der ersten Maiwoche wurden Warnungen von Geheimdiensten bekannt, dass die in Sri Lanka immer noch aktiven, mit dem IS verbundenen Terrorgruppen, auch Minister ins Visier nehmen könnten. Die Polizei hat kürzlich die Namen und Fotos von neun Selbstmordattentäter veröffentlicht, die an den Osteranschlägen beteiligt waren.

Darunter war auch der Hassprediger Mohamed Zahran (oder Zahran Hashim), der als Anführer galt. Auch die Ehefrau von einem der Selbstmordattentäter sprengte sich mit ihren Kindern in die Luft, drei Polizisten kamen dabei ums Leben. Ihr Schwiegervater ist ein bekannter Gewürzhändler.

Regierung erwägt Verschleierungsverbot

Behörden nehmen an, zwei bis dahin weniger bekannten Gruppen die Anschläge ausführten: die National Thawheedh Jamaath (NTJ) und Jammiyathul Millathu Ibrahim. Der IS hat sich allerdings bereits zu den Anschlägen bekannt.

Die Regierung schaltete jetzt auch wieder soziale Medien, wie Facebook, WhatsApp und Viber frei. Sie wurden sofort nach den Anschlägen gesperrt, um „Desinformation“ und die Verbreitung von Gerüchten zu verhindern. Die Regierung hat im Zuge eines Notfallgesetzes auch das Tragen von Gesichtsschleiern verboten.

Ein dauerhaftes Verbot wurde angedacht, soll aber noch mit der muslimischen Gemeinde besprochen werden. Sri Lanka hat 22 Millionen Einwohner, vorwiegend Buddhisten. Zu den religiösen Minderheiten zählen Christen, Muslime und Hindus.