Die eindrucksvollen Szenen der US-Fußballerin, die vor einigen Wochen den obligaten Kniefall vor dem Spiel verweigerte, macht Schule. Immer mehr Sportler wollen aus unterschiedlichsten Gründen die Geste der Unterwürfigkeit nicht ableisten.

Mit vier Monaten Verspätung startete letzte Woche die verkürzte Saison in der „Major League Baseball“, der wichtigsten US-Profisportliga. Wie in anderen Sportarten fielen viele Spieler auf ihre Knie, um ihre Unterstützung für die „Black Lives Matter“-Proteste zu bekunden.

Christ Coonrod leistet nur vor Gott den Kniefall

Alle, bis auf einen. Sam Coonrod, ein Pitcher der „San Francisco Giants“, blieb stehen – mit der Begründung, dass er als Christ nur vor Gott kniete. Außerdem habe er sich kritisch mit der Bewegung auseinandergesetzt. Er stoße sich an deren „marxistischer Schlagseite“ sowie daran, dass einige Vertreter sich gegen die traditionelle Familie aussprechen.

Hamilton erntet Kritik für BLM-Übereifer

Schon beim Auftaktrennen der Formel 1 in Spielberg sorgte für Aufsehen, als Max Verstappen, Charles Leclerc und vier weitere Fahrer nicht am Kniefall teilnahmen.

Als es bald immer mehr wurden, übte der schwarze Weltmeister Lewis Hamilton Kritik – und wurde prompt von FIA-Präsident Jean Todt zurechtgewiesen: Man sei keine politische Institution.

Ex-F1-Boss Bernie Ecclestone riet Hamilton, sich nicht zu sehr auf die Hautfarbe zu fixieren. Mit Mario Andretti und Jackie Stewart warfen ihm zwei Rennlegenden sogar vor, ein Problem zu erschaffen, das in dieser Form nicht existiere.