Heinz Oberauer sitzt im Vorstand des OÖ Fußballverbandes und ist dort u.a. für den Frauenfußball verantwortlich. Der „Wochenblick“ hat mit ihm gesprochen.

Der Linzer Oberauer hofft durch die Erfolge des Damen-Nationalteams nun auch bei uns auf den Durchbruch. Oberauer wünscht sich aber auch mehr Aktivitäten der heimischen Spitzenvereine in Sachen Damenfußball.

Frauenfußball auch in Oberösterreich auf dem Vormarsch

Wochenblick: Herr Oberauer, wieviele Vereine und Aktive gibt es mittlerweile im oberösterreichischen Frauenfußball?

Heinz Oberauer: Momentan sind 39 Vereine mit 41 Mannschaften im Bewerb. Oberösterreich ist mit Kleinmünchen einmal in der Bundesliga vertreten und mit Union Geretsberg bzw. SV Taufkirchen zweimal in der 2. Frauenliga Mitte/West. Mit den Mädchen in den einzelnen Vereinen bewegt sich die Anzahl der derzeit aktiven Frauen in Oberösterreich zwischen 2.000 und 2.500.

Wie hat sich diese Zahl in den letzten zehn Jahren verändert?

Die Anzahl der Spielerinnen hat sich seit 2007 etwa verdoppelt. Im Meisterschaftsbetrieb gab es eine erfreuliche Steigerung von 26 im Jahr 2007 auf 43 heuer.

Welche Rolle spielt der oberösterreichische Frauenfußball im österreichweiten Vergleich?

Durch die Kooperation mit dem Land OÖ und dem BORG Linz konnte ein wichtiger Schritt im Ausbildungsbereich gemacht werden, wodurch die Fluktuation bei den Mädchen ab 14/15 Jahren etwas eingedämmt werden konnte. Nach dem Gewinn der Bundesländermeisterschaft in der U14 in der Saison 2014/15 gingen auch einige der Mädchen ihren Weg weiter in das Nationale Zentrum für Frauenfußball nach St. Pölten, viele sind bereits fixer Bestandteil in den österreichischen Nachwuchsnationalteams.

Zarte Ansätze bei LASK

Wie hat sich die Einführung der Frauenfußball-Akademie in Sankt Pölten noch bemerkbar gemacht?

Alleine am bisherigen Abschneiden des Frauennationalteams bei der EM ist erkenntlich, wie wichtig und richtig diese Institution ist, da fast alle aktuellen Nationalspielerinnen dort ihre Ausbildung absolvierten.

Der ganz große Durchbruch zumindest in österreichischen Frauenfußball fehlt noch. Könnte es jetzt soweit sein?

Eindeutig JA, da die Erfolge jetzt auch die nötige Medienpräsenz erfahren und dadurch der Frauenfußball in alle Bevölkerungsschichten positiv eindringt.

Beim LASK gab es einige zarte Ansätze, bei den meisten oberösterreichischen Top-Klubs fehlt das Thema Frauenfußball aber nahezu völlig. Warum?

Weil die Top-Klubs mit ihren Budgets immer am obersten Limit operieren und keine Ressourcen für den Bereich Frauenfußball freigeben können oder möchten.

Förderungen des Frauenfußballs

Würden Sie sich mehr Aktivitäten seitens der großen Vereine wünschen? Was kann der Verband beitragen?

Ein klares Ja zu mehr Aktivitäten durch die Top-Klubs, der Verband kann hier immer nur unterstützend eingreifen und Vereinen den Mehrwert durch Frauenmannschaften vor Augen führen, was ja auch im Rahmen der Vereinscoachings bereits umgesetzt wird.

Welche Aktivitäten gibt es seitens des Verbandes zur Förderung des Frauenfußballs in OÖ aktuell?

Der Verband kann aus meiner Sicht hier immer nur unterstützend und motivierend auf die Vereine einwirken, was ja auch immer wieder gerade durch die Mitglieder der Kommission Sport praktiziert wird und durch die Installierung von Frauenbeauftragten in den fünf Nachwuchsregionen auch gefördert wird. Wir sind auf einem guten Weg.

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