Musikliebhaber sollten sich den Termin des Schubert-Festivals in Steyr dick im Kalender anstreichen: Vom 22. bis 25. September heißt es nämlich „[email protected] Eine Klangwolke mit Schuberts Musik erfüllt die Stadt“. Die Konzerte gehen im Alten Theater sowie im Stadttheater über die Bühne.

Dieses Festival ist ein gutes Beispiel dafür, dass nicht allein die Eisen-, heute Auto-Industrie die Stadt geprägt hat und prägt. Steyr kann heute in vielen Sparten des Kulturbereiches, von der Musik über die Literatur bis hin zur Bildenden Kunst sowie durch den Sport und sein breit gefächertes  Vereinswesen zahlreiche vorzeigbare, werbeträchtige Visitenkarten vorweisen.
Machen wir bei der Musik Halt, stoßen wir zwangsläufig auf den Komponisten Franz Schubert (1797 – 1828), von dem mehrere Aufenthalte in Steyr sowohl durch ihn selbst als auch durch seine dortigen Freunde und Förderer bezeugt sind.

[Sperrfrist 28.7.] Steyr und Schuberts Forellen 2
Vom 13. Juli 1818 datiert zum Beispiel ein Brief Franz Schuberts, in dem er schreibt: „Lieber Bruder! … Ich befinde mich jetzt recht wohl, mir will das Wetter nicht günstig sein.Es war hier gestern den 12. ein starkes Gewitter, welches in Steyr einschlug, ein Mädchen tödtete und zwei Männer am Arme lähmte. In dem Hause, wo ich wohne, befinden sich 8 Mädchen, beynahe alle hübsch. Du siehst, dass man zu thun hat. Die Tochter des Herrn v. K(oller), bei dem ich und Vogel täglich speisen, ist sehr hübsch, spielt brav Klavier, und wird verschiedene meiner Lieder singen … Die Gegend um Steyr ist über allen Begriff schön.“
Das Haus, vom dem hier die Rede ist, befindet sich am Stadtplatz Nr. 34 und gehörte damals dem Berggerichts- und Landes-Advokaten zu Steyr, Albert Schellmann. Es dürfte Schubert auch im Sommer 1823 beherbergt haben. Darauf deutet ein Eccossaise (schottischer Tanz) hin, den Schubert Schellmanns Tochter Seraphine mit den Worten gewidmet hatte: „Hüpfen Sie mit diesem Eccossaise Froh durch jedes Ach und Weh!“
Der letzte Aufenthalt des Liederfürsten in Steyr ist 1825 bezeugt. Damals wohnte er im Hause des Vizefaktors der Hauptgewerkschaft, Sylvester Paumgartner.Das beeindruckende Bauwerk am Stadtplatz ist heute als „Stalzerhaus“ bekannt.
Der Steyrer Musikmäzen und Cellist, in dessen Haus stets gute Musik gepflegt wurde, hatte Franz Schubert zu dessen berühmten „Forellenquintett“, dem einzigen Klavierquintett des Komponisten, angeregt. Begonnen wurde das Werk 1819 in Steyr, vollendet in Wien, erschienen ist es erst 1829, also nach Schuberts Tod.

Dem Variationensatz legte der Tonschöpfer  sein Kunstlied „Die Forelle“ (entstanden 1816/17) nach einem Gedicht von Christian Friedrich Daniel Schubart zugrunde. Die Anregung zu dem weltberühmten Kammermusikwerk verdankte Schubert aber nicht nur seinem musikalischen Förderer Paumgartner, sonden auch den Fischen selbst, nach denen die Komposition benannt ist. Schubert soll nämlich am Ramingbach dem Spiel der Forellen zugeschaut haben, das ihm offenbar einen kreativen Schub versetzte, von dem die Musikwelt seit jeher verzückt profitiert.

Nähere Informationen auf www.schubertatsteyr.at

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