Auch in Steyr legt man mit den Impfaktionen an höheren Schulen los. Gemeinsam mit dem Roten Kreuz werde die Stadt Steyr diese Aktion vorantreiben. Im Gegensatz zum Steyrer Sozialstadtrat Dr. Schodermayr zeigt sich der FP-Vizebürgermeister Helmut Zöttl mehr als skeptisch. Wochenblick hat mit dem Vize-Stadtchef gesprochen. Als Teil der Stadtregierung beteilige er sich nicht an der Impfaktion. Er sei nicht bereit, einen Spalt in die Familien zu treiben. Die Hexenjagd auf Ungeimpfte hätte begonnen, so Zöttl.

  • FP-Vize-Stadtchef Zöttl beteiligt sich nicht an der Steyrer Impfaktion an höheren Schulen
  • Die Spaltung der Gesellschaft und der Familien werde vorangetrieben
  • Gruppenzwang und Freiheit als Druckmittel
  • Impfungen sind persönliche Entscheidungen und müssen in der Familie besprochen werden
  • Eltern dürfen nicht ausgegrenzt werden
  • Hexenjagd auf Ungeimpfte läuft – Sportler werden angegriffen
  • Aussagen des Bundespräsidenten über Zusammenhalt seien Hohn

Von Birgit Pühringer

„Die Gesellschaft im großen Ganzen wird immer weiter gespalten, aber auch die Familie als wichtigste Zelle. Die Familie sollte über alles stehen. Dass sich nun die Jugendlichen ab 14 Jahren ihren sogenannten ‚Stich‘ ohne Zustimmung der Eltern abholen können, sehe ich mit großer Skepsis. Es ist ein Ausspielen gegeneinander, wenn man die Eltern bei derart wichtigen Entscheidungen einfach ausblendet und übergeht. Auch sehe ich einen gewissen Druck auf Schüler, die dieses sogenannte Angebot nicht annehmen werden. Freiheit und Gruppenzwang als Druckmittel für eine Impfung, das ist mehr als bedenklich„, erläutert Dr. Zöttl.

„Ich treibe keinen Spalt in die Familien!“

Eine Impfung ist eine höchstpersönliche Entscheidung. Die muss innerhalb der Familie getroffen werden. Ich als Teil der Steyrer Stadtregierung beteilige mich nicht an der Impfaktion an den Schulen. Ich bin nicht bereit, einen Spalt in die Familien und in die Gesellschaft zu treiben, gar noch zu vergrößern“, stellt Helmut Zöttl klar. Dass Jugendliche eine derartige Entscheidung alleine unter Druck im Klassenverband treffen dürften, sei eine Ungeheuerlichkeit. Einen Handyvertrag dürfen sie jedoch nicht unterzeichnen.

Hexenjagd auf Ungeimpfte

Schon des Öfteren habe die Steyrer FPÖ darauf hingewiesen, dass viele Maßnahmen zum Erreichen einer Impfquote hinterfragt werden müssten. Und diese aktuellen Maßnahmen würden sich hier nahtlos einreihen. Eine gesunde Portion Skepsis sei hier mehr als angebracht! Denn mittlerweile könne man von einer Hexenjagd auf Ungeimpfte sprechen, die hier im Gange sei. Eine Versöhnung in der Gesellschaft könne so keinesfalls erreicht werden. Die Steyrer FPÖ setze auf Freiwilligkeit, ohne versteckten Impfdruck und Einschränkungen für Nichtgeimpfte, so Zöttl.

Sportler werden diffamiert

„Mich erfüllt es mit großer Sorge, was in unserer Gesellschaft abläuft. Man braucht ja nur die beiden ungeimpften Sportler, den Fußballer Kimmich und den Tennisprofi Thiem, hernehmen. Es ist eine regelrechte Hexenjagd, die hier abläuft. Sie werden in ein Eck gedrängt und denunziert, weil sie ihre Meinung kundtun. Deren Aussagen waren keinesfalls verwerflich und dennoch werden sie öffentlich diffamiert. Die Rede des Bundespräsidenten zum Nationalfeiertag, dass die Gesellschaft zusammenfinden müsse, passt da doch keinesfalls. So wird das Gegenteil der Fall sein!“, stellt der Steyrer Vizebürgermeister klar.

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