US-Präsident Donald Trump möchte die linksextreme „Antifa“ zur terroristischen Organisation erklären. Aber auch in Europa übt diese rohe politische Gewalt aus – und ist dabei bestens vernetzt.

von Alfons Kluibenschädl

Wir schreiben den 16. Mai 2020. In Stuttgart versammeln sich tausende Menschen, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren, unter ihnen Andreas Ziegler, ein Mitglied der alternativen Gewerkschaft „Zentrum Automobil“.

Er wartet mit zwei Freunden, als ein Antifa-Mob von 40 bis 50 Vermummten heranstürmt. Sie verletzen Andreas so schwer am Kopf, dass er vier Wochen lang im Koma liegt und weiter künstlich ernährt werden muss.

Verharmloste Gewalt

Wenig später nähren Enthüllungen von „Project Veritas“, einem US-Medienprojekt, die Vermutung, dass der linke Rand systematische Gewalt ausübt. Das Filmmaterial des Undercover-Reporters verstört: In Kampftrainings wird erklärt, wie man politische Gegner zu Brei schlägt und ihnen die Augen aussticht.

Diese Unterhaltungen finden in keiner Hintergasse statt, sondern in einem unauffälligen Buchladen. Solche Szenen verdankt man mächtigen Sympathisanten: Funk und Fernsehen verklären die Antifa zu unabhängiger Zivilgesellschaft.

Die grüne Politikerin Renate Künast forderte kürzlich sogar eine verlässliche staatliche Finanzierung von Antifa-Gruppen. Solche Ideen reifen auf dem Boden der Fehldarstellung, dass diese Gruppen gegen „den Faschismus“ kämpfen.

In der Realität sehen sie ihn in jeder Denkart, die ihnen nicht behagt. Auch liberale und konservative Parteien gelten als Wegbereiter des Übels – und autonome Stiefeltruppen schlagen bei ihnen nicht minder brutal zu. Freilich: Hauptziel ist weiter das dritte Lager – die AfD ist unter allen deutschen Parteien mit Abstand am häufigsten Ziel politischer Gewalt.

Mittelbar gibt es längst Unterstützungen: Das deutsche Familienministerium verteilt jährlich über 100 Millionen Euro im „Kampf gegen rechts“, gegen Linksextremismus kommt ein Bruchteil zum Einsatz. Hauptempfänger sind auch linksradikale Einrichtungen, wie die Amadeu-Antonio-Stiftung, die einst Zöpfe als „Indiz völkischer Eltern“ wertete.

Verschleierte Seilschaften

Ebenfalls begünstigt: der Verein „Miteinander e.V.“ in Sachsen-Anhalt, der ein Meldeportal für „rechte Aktivitäten“ betreibt und in Publikationen explizit Antifa-Gruppen lobt. Ein Protagonist stand sogar im Verdacht, sich einst an einem Überfall auf einen „rechten“ Kleidungsladen beteiligt zu haben.

Als der Dokufilmer Simon Kaupert im November den Verein als Schnittstelle zwischen linken Parteien und gewaltbereiten Antifa-Gruppen darstellte, wurde nur Stunden später die Scheibe seines Familienautos schwer beschädigt.

Immer wieder werden Querverbindungen publik. Als sich dazu in Thüringen eine parlamentarische Anfrage der AfD ergab, schwärzte Rot-Rot-Grün in der Antwort die Namen ihrer Mandatare, um das üppige Dossier zu verschleiern.

In Brandenburg findet sogar hochoffiziell ein Info-Austausch zwischen linksextremen „Recherche-Teams“ und dem Verfassungsschutz statt, der dann „Erkenntnisse“ der Linksextremisten einfach abschreibt.

Heimischer linker Sumpf

Auch in Österreich geben sich bürgerliche Linke und der linke Rand ein Stelldichein. Die grüne Wiener Vizebürgermeisterin Birgit Hebein gehörte selbst einst zur „VolxTheaterKarawane“, die sich in Italien Straßenschlachten mit der Polizei lieferte.

Auf Facebook ‚likt‘ sie einschlägige Gruppen, regelmäßig wurde sie mit einer für ihre Nähe zum gewaltbereiten Spektrum bekannten Aktivistin gesichtet. Zudem soll sie beste Kontakte ins von linken Autonomen besetzte Ernst-Kirchweger-Haus haben.

Auch andernorts stößt der linke Rand auf Gehör. Eine Politikwissenschafterin, die einstmals Exemplare ihres Buches damit signierte, dass es „im Zweifelsfall zum Entglasen von Geschäften“ tauge, war einst Mitarbeiterin einer SPÖ-Stadträtin, publizierte ihr Standardwerk bei einem offen linksradikalen Verlag – und darf trotzdem als „neutrale Expertin“ im Fernsehen auftreten.

Dort attestiert sie nach bester Antifa-Tradition mitunter sogar den NEOS eine Vorstufe zu rechtem Extremismus. Sie ist nicht die Einzige, die mediale Framings betreiben darf: Denn ein Journalist, der sogar beim Störungsmelder-Blog der „Zeit“ ausgemustert wurde, als er linksextreme Ausschreitungen bei den Protesten gegen den G20-Gipfel verharmloste, darf weiter Beiträge für den auf die Jugend abzielenden ORF-Sender FM4 liefern.

Natürlich ist Wien nicht Hamburg – aber auch in unserem Land reicht das Portfolio von zerstörten Wahlplakaten über Pinkel- und Farbbeutelattacken auf Burschenschafter-Häuser bis hin zu Fäkal- und Brandanschlägen auf Partei-Einrichtungen.

Vor vier Jahren traf ein Stein, von einem Hausdach geschleudert, einen patriotischen Demonstranten am Kopf. Eine Notoperation war notwendig, die Mainstream-Medien spielten den Vorfall herunter. Die Täter wurden nie gefasst.

Für das türkis-grüne Regierungsprogramm gibt es hingegen gar keinen Extremismus von links. Im Gegenteil: Hinter der Förderung für „digitales Streetwork“ gegen rechts dürften sich in blumigen Worten Steuergelder für das Antifa-Milieu verstecken.

Erinnerung im Kreuzfeuer

Wer lange genug im Schutz der Anonymität bleiben und auf Verschwiegenheit seiner Genossen zählen kann, dem stehen schon länger alle Türen offen. Jüngst schwelgte ein Politologe der Uni Wien in stolzem Tatenruhm über einen Anschlag auf ein Gefallenen-Denkmal als Student derselben.

Wenige Jahre später wurde es von einem „Künstlerkollektiv“ vollends in seine Einzelteile zerlegt. Auch in den jüngsten Protesten wird der Kampf auf die Erinnerung ausgerufen. Und überall, wo es kein Hafenbecken gibt, um die Statuen der Altvorderen zu entsorgen, werden ihre etablierten Freunde es sich irgendwann trotzdem nach ihren Gunsten richten …