Eine neuerliche Spende von Milliardär Frank Stronach an die SPÖ-Ortspartei sorgt für politische Aufregung in Ebreichsdorf (NÖ).

Die SPÖ-Ebreichsdorf in Niederösterreich kann sich über zahlungskräftige Spender freuen. Zumindest über einen, Frank Stronach. Schon 2010 spendete er der SPÖ in seiner Wahlheimat Ebreichsdorf 10.000 Euro. Damals hatte die Spende ein gewisses „Geschmäckle“, denn kurze Zeit später wurde ein 30.000 m² großes Grundstück für seinen geplanten Wohnpark in Bau-, bzw. Wohngebiet umgewidmet. Das sich der Wert des Grundstücks dadurch vervielfachte, lag auf der Hand.

Weitere Spende und wieder Grundstücksgeschichten

Im heurigen Jänner – nur fünf Tage vor der Gemeinderatswahl – spendete Stronach, der mit seiner eigenen Partei Schiffbruch erlitt, abermals 7.490 Euro an die Orts-SPÖ. Und laut Opposition hat die Sache wieder einen schalen Nachgeschmack. „Wie einem Rechnungshofbericht zu entnehmen ist, hat die Magnolie Projektentwicklungs GmbH von Frank Stronach der SPÖ-Gemeindeorganisation in Ebreichsdorf vor der Gemeinderatswahl am 21. Jänner 2020 7.490 Euro gespendet“, so FPÖ-Stadtrat Markus Gubik. „Gleichzeitig steht der SPÖ-Bürgermeister Wolfgang Kocevar im Auftrag der Gemeinde mit Stronach in Verhandlungen um einen Grundstücksankauf, wo es um mehrere hunderttausend Euro geht. Das ergibt für mich eine sehr schiefe Optik“, kritisiert Gubik die Parteispende an die SPÖ.
Und auch Stadtrat René Weiner von der Bürgerliste übt Kritik an der Spende: „Einerseits im Auftrag der Gemeinde mit jemanden zu verhandeln und gleichzeitig von dem selben eine Spende für die SPÖ zu bekommen, dass macht wirklich kein gutes Bild“.

Maximalpreise für Stronach-Grundstück

Bereits 2019 wurde der SPÖ-Bürgermeister Wolfgang Kovecar vom Gemeinderat mit Stronach über ein sieben Hektar großes Stück Ackerland zu verhandeln, dass die Stadt in ein Betriebsgebiet umwidmen will. Für den Kauf bot man Stronach den Maximalpreis von 35 Euro/m². Im April informierte der Bürgermeister schließlich darüber, dass Stronach wohl auch andere Interessenten hätte und nun einen Quadratmeterpreis von 40 Euro verlange, rund 350.000 Euro Mehrkosten für die Stadt. Bürgermeister Kovecar verwehrt sich gegen jegliche Verdächtigungen: „Es steckt kein Grundstücksdeal dahinter. Wir sind seit Jahrzehnten eng mit Frank verbunden“.