Der Kommunikationswissenschafter Jürgen Grimm führte eine bemerkenswerte Studie an der Uni Wien durch. Im Zuge einer Umfrage unter 600 Studenten ermittelte er, wie „anfällig“ sie durch die Corona-Situation für „Verschwörungstheorien“ seien. Sein Resümee: 20% der Studenten betrieben eine „Hostilisation“ ihres Weltbildes. Sie hinterfragen kritisch, wer und was hinter der Corona-Situation steckt. Grimm findet das grundsätzlich problematisch und stempelt sie als Verschwörungstheoretiker ab.

Es gibt sie doch! Die kritischen Studenten. „Ein kleinerer Teil – etwa 20 Prozent – sind anfällig für Verschwörungstheorien. Sie betreiben eine Hostilisation des Weltbildes. Man ist nicht mehr einfach nur bedroht – das sind wir objektiv alle – sondern man sucht sich einen Schuldigen, einen ‚Feind‘.“, erklärt Grimm in einem Interview.

Mutige Kritiker: Oft als Verschwörungstheoretiker abgestempelt

Erst unlängst berichtete Wochenblick über die E-Mails des US-Gesundheitsgurus Anthony Fauci. Sie beweisen, wie wir alle durch die Corona-Politik manipuliert und belogen wurden. Die sogenannten Verschwörungstheorien sind oft nichts anderes, als offensichtliche Zusammenhänge. Dieser unangenehmen Wahrheit aber ins Auge zu sehen, erfordert Mut.

Wochenblick Chefredakteurin Elsa Mittmannsgruber bezog Stellung: „Mut zur Verschwörungstheorie“

Niedriger Altersschnitt bei Corona-Demos führte zu Forschung

Grimm habe sich für die Erforschung der Denkweisen der Studenten zu Corona entschieden, weil diese Zielgruppe als besonders anfällig gelte, erklärt er. Denn das sehe man „am Altersdurchschnitt bei den COVID-Demonstrationen“. Seine Fragestellung war: „Wie kommt diese Gruppe durch die Situation der Quarantäne, des Online-Teaching, der Isolation und Kontakteinschränkung?“

Keine erhöhte Radikalisierung während Corona

Grimm erklärt, dass er schon seit längerem Untersuchungen zu Radikalisierung anstelle. Er ermittelte auch, dass „die Anfälligkeit für Verschwörungstheorien im Rahmen der Pandemie nicht zugenommen hat, sondern auf Mittelwertbasis gesunken ist.“ Doch die „Verschwörungsanfälligen“ hätten sich stärker radikalisiert.

Auf breiter Front habe aber vor allem die Protestbereitschaft zugenommen, erklärt der Forscher. Der Grund sei, dass die Bedrohung ja nicht nur vom Virus komme, „sondern auch beruflich, teils existenziell ist.“ Grimm zeigt auch ein wenig Verständnis für die Position der kritischen Studenten, die er ansonsten als Verschwörungstheoretiker deklariert: „Das kann in einer Demokratie dazu führen, dass man sagt: Was die Regierung macht, hilft nicht, die Krise zu bewältigen. Diese Art von Protest finde ich durchaus begründet.“

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