Migranten in den USA, Europa und Saudi-Arabien schicken am häufigsten Geld zurück in ihre Heimatländer. Im Schnitt sind es 200 – 300 US-Dollar pro Monat. Der Großteil geht nach Asien, gefolgt von Afrika und Lateinamerika.

Für die Empfängerfamilien machen diese Zuwendungen bis zu 60 Prozent ihres Haushaltseinkommens aus.

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Insgesamt 400 Milliarden weltweit

Dies geht aus einer aktuellen Studie der UN-Organisation „Internationaler Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung“ (IFAD) hervor. Die Summe der globalen Geldsendungen nach Hause ist in den letzten zehn Jahren um das Doppelte – auf über 400 Mrd. US-Dollar – gestiegen.

Wie aus der IFAD-Studie hervorgeht, unterstützten rund 200 Millionen Migranten – davon die Hälfte Frauen – 800 Millionen Familienmitglieder. Seit 2006 stiegen diese Überweisungen um jährlich 4,2 Prozent. Das Gesamteinkommen von Arbeitsmigranten wird auf jährlich 3 Billionen US-Dollar geschätzt. Man schätzt, dass sie 2017 erneut 450 Mrd. US-Dollar nach Hause schicken.

Asiaten helfen ihren Familien am meisten

Der Großteil der Arbeitsmigranten (ca. 41 Prozent) – das sind 77 Millionen Menschen – kommen aus Asien, 48 Millionen davon bleiben in der Region, der Rest arbeitet vor allem in den Golfstaaten, den USA und in Europa. Asiaten schicken das meiste Geld nach Hause – 55 Prozent der gesamten Rücküberweisungen. Das Geld geht vor allem nach Indien, China, Philippinen und Pakistan.

Aus Afrika kommen 33 Millionen Arbeitsmigranten (17 Prozent), die Hälfte davon bleibt auf ihrem Kontinent. Der Rest geht nach Südeuropa, in die Golfstaaten und die USA. Ihr Anteil der gesamten Geldüberweisungen nach Hause liegt bei 13 Prozent – der Großteil davon ging nach Nigeria, Marokko, Algerien und Ghana. Für 19 afrikanische Länder sind diese Überweisungen lebensnotwendig – sie machen zwischen drei und 10 Prozent der jeweiligen Wirtschaftsleistung des Landes aus.

Südeuropäer auf Überweisungen angewiesen wie Afrikaner

Aus Europa kommen lediglich 14 Prozent der Arbeitsmigranten. 70 Prozent davon bleiben auf dem Kontinent. In Europa kommen 10 Prozent der globalen Rücküberweisungen an. Außerhalb Europas arbeiten Migranten aus Ost- und Zentraleuropa vor allem in den USA aber auch in Russland. Jene aus Südeuropa gehen in Nachbarländer – vor allem nach Italien.

Die Geldflüsse von Nord- nach Südeuropa sind in den letzten 10 Jahren um ganze 10 Prozent zurückgegangen. Die Studie führt das auf die schwache Wirtschaftslage in der EU zurück.
Überweisungen nach Osteuropa blieben stabil, und werden steigen.

Milliardengeschäft

Die Abhängigkeit mancher Länder in Südeuropa von diesen Rücksendungen nach Hause ist enorm: für Moldawien machen sie 24 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes aus. Für Albanien, Bosnien, Kosovo, Montenegro und Serbien liegt dieser Anteil bei zwischen 9 und 15 Prozent. Die Studie verweist auf eine ähnliche Abhängigkeit wie in afrikanischen Ländern.

Für Geldtransfer-Konzerne wie Western Union, Moneygram, etc. sind Arbeitsmigranten ein gutes Geschäft. Seit 2008 sind die Kosten für Geldüberweisungen bereits um ein Drittel – auf 7,45 Prozent gesunken. Die Studie empfiehlt aber eine weitere Senkung auf weltweit drei Prozent. Damit könnten sich die Absenderfamilien zusätzlich 20 Milliarden US-Dollar sparen.

Die IFAD-Gesamtstudie gibt es hier.

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