Laut Forschern des Weltverbandes für Fettleibigkeit waren 2,2 Mio der bis Ende Februar registrierten 2,5 Mio Corona-Toten in jenen Ländern, in denen die Hälfte der Bevölkerung als fettleibig gilt. Kritisch heißt es: hätte man den Hauptrisikofaktor Übergewicht reduziert wäre das Gesundheitssystem weniger belastet und nicht überlastet gewesen. Gesunde Ernährung sowie mehr Bewegung und Sport in der Schule könnten diesem Problem vorbeugen, das auch bei uns, zunimmt. 

Von Kornelia Kirchweger

Fettleibigkeit fördert Entzündungen

Die Forscher riefen diese Länder auf, Fettleibigkeit als Krankheit anzuerkennen und übergewichtige Menschen in die Gruppen aufzunehmen, die für COVID-19-Tests und -Impfungen priorisiert sind. Vor allem in den USA ist dieses Problem sehr groß. Dort sind die von Fettleibigkeit betroffenen Personen im Schnitt 42 Jahre alt. In den USA gab es bisher die meisten Covid-19-Toten. Nicht nur COVID-19 sei für Fettleibige besonders riskant. Eine Reihe anderer Atemwegsviren führen bei diesen Menschen auch zu schwerwiegenderen Folgen. Fettleibigkeit ist bekanntermaßen eine entzündungsfördernde Erkrankung, heißt es. Sie entsteht in erster Linie durch den Konsum „verarbeiteter Lebensmittel“, unter anderem Fertiggerichte. Viele Forscher gehen auch davon aus, dass diese das Krebsrisiko erhöhen.

USA massiv betroffen

Dr. Tim Lobstein, Autor des Berichts, sagte gegenüber Medien: „Wir waren schockiert, dass es so einen engen Zusammenhang zwischen dem Anteil übergewichtiger Erwachsener in einem Land und dem Tod durch COVID-19 gibt.“ Studien in verschiedenen Ländern ergaben, dass eine Corona-Infektion bei übergewichtige Personen das Risiko für einen schweren COVID-19-Fall massiv verstärkt.

Diese Annahme bestätigten Daten von knapp 5.300 Menschen, die in den ersten Monaten der Pandemie in New York City mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus kamen.

WHO bestätigt Studie

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus, schrieb in den sozialen Medien, COVID-19 habe Menschen mit Fettleibigkeit überproportional getroffen. Dieser Teil der Bevölkerung werde eher ins Krankenhaus eingeliefert und habe eine höhere Wahrscheinlichkeit für schwere Krankheiten und Todesfälle. Fettleibigkeit (Adipositas) hat sich zwischen 1975 und 2016 fast verdreifacht. 650 Millionen Erwachsene oder 13 Prozent aller Erwachsenen auf der ganzen Welt gelten als deutlich übergewichtig.