Die erwarteten Behinderungen durch den Sturm „Sabine“, der seit Sonntag bereits die Infrastruktur in weiten Teilen Deutschlands beeinträchtigte, sorgten am Montag auch in Oberösterreich für einiges Chaos.

Ab 8.30 Uhr erreichte der Orkan unser Bundesland und wütete bis in die Mittagsstunden gehörig. Besonders betroffenen waren das Mühlviertel und das nördliche Innviertel. In diesen Landesteilen waren bis zu 30.000 Haushalte ohne Strom, zahlreiche Bahn- und Busverbindungen mussten vorübergehend gesperrt werden.

Reparatur an Stromnetz dauert offenbar an

Wie die Kleine Zeitung unter Berufung auf Netz OÖ in ihrem Ticker berichtete, betrafen die Stromausfälle in den Bezirken Schärding und Rohrbach vor allem das Niedrig- und Mittelspannungsnetz. Das 110kV-Hochspannungsnetz wurde nicht in Mitleidenschaft gezogen. Auch zur Mittagszeit waren noch 15.000 Haushalte ohne Strom. Die Wiederherstellung der übrigen Verbindungen dauert an – es war aus Sicherheitsgründen vorerst nicht möglich, alle Schadstellen zu erreichen. Teilweise knickten ganze Baumgruppen unter der Kraft des Sturms ein.

Zug- und Busverbindungen in Mitleidenschaft

Auch der Bus- und Zugverkehr musste grobe Behinderungen hinnehmen. Beinahe alle wichtigen Bahnstrecken im Norden Oberösterreichs leiden unter den Folgen der Unwetterschäden. Dies betrifft derzeit (Stand 10. Februar 16:15 Uhr) die Bahnstrecke nach Passau zwischen Andorf und Riedau, die Mühlkreisbahn zwischen Rottenegg und Aigen-Schlägl, die Summerauerbahn gar zwischen Freistadt und Budweis sowie die Innkreisbahn zwischen Braunau und Ried im Innkreis.

Der eingeschränkte Betrieb heißt für Reisende, dass sie zwischen 30 und 60 Minuten mehr Fahrzeit einplanen müssen. In einigen Fällen wird die Behebung der Unterbrechung abgewartet, auf manchen Strecken wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die ÖBB informieren auf ihrer Homepage aktuell zu allfälligen Einschränkungen. Erstaunlich gering scheinen die Schäden im Süden Oberösterreichs – dabei waren für die Gegend um Bad Ischl vorab die größten Auswirkungen befürchtet worden.

„Sabine“: Auch andere Bundesländer betroffen

Auch andere Bundesländer waren von den Auswirkungen von „Sabine“ betroffen. So sind im niederösterreichischen Waldviertel ebenfalls 5.000 Haushalte ohne Strom. In der Weststeiermark fegte bereits in den Morgenstunden im Vorfeld ein Föhnsturm mit bis zu 150 km/h durchs Land, kappte 3.000 Haushalten die Stromversorgung. In Tirol und Vorarlberg kam es zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen. In Wien wurde den Menschen vom Besuch der Friedhöfe abgeraten. Mit einem blauen Auge kam offenbar Salzburg davon: Auch dort gab es vereinzelt Schäden – allerdings weitaus weniger gravierend als in Oberösterreich.