Da in Stuttgart in den letzten sieben Tagen die Infektionen auf über 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner angestiegen sind, kommen nun härtere Regeln. In der Innenstadt gilt eine Maskenpflicht – auch für Kinder ab sechs Jahren. Bordelle dürfen nach sieben Monaten Stillstand allerdings wieder öffnen.

Derzeit liegt der Wert der Neuinfektionen in Stuttgart bei 69,7. Um gegenzusteuern und die Infektionszahlen zu senken hat die Stadt eine neue Allgemeinverfügung erlassen, die ab Mittwoch gilt. Unter anderem gilt nun in der Innenstadt die Pflicht einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Ausgenommen davon sind lediglich Kinder unter sechs Jahren, Personen die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen dürfen sowie Bauarbeiter bei der Arbeit und Personen, die essen oder trinken, joggen oder Fahrrad fahren.

Private Feiern, Alkoholverkauf und Masken in Schulen

Ebenso gibt es an Donnerstagen, Freitagen und Samstagen von 21 bis 6 Uhr ein Alkoholverkaufsverbot in Läden, Supermärkten und in der Gastronomie für Getränke zum Mitnehmen. An diesen Tagen ist zudem der Alkoholkonsum in bestimmten Bereichen der Öffentlichkeit ab 23 Uhr untersagt. Aber auch auf private Feierlichkeiten wird Einfluß genommen. So dürfen an Feiern in privaten Räumlichkeiten nicht mehr als zehn Personen teilnehmen, in angemieteten Räumen nicht mehr als 25 Personen. In Schulen müssen Lehrer fortan ebenfalls eine Mund-Nasen-Bedeckung in Klassenzimmern und anderen Räumen tragen. Auch für Schüler ab der fünften Klasse herrscht eine Maskenpflicht – und zwar sogar während des Unterrichts.

Prostitution wieder erlaubt

Während Kinder gezwungen werden, auch draußen eine Maske tragen zu müssen, dürfen Bordelle in Baden-Württemberg wieder öffnen. Der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof in Mannheim hob vor wenigen Tagen das Corona-bedingte vollständige Betriebsverbot auf. Laut Auffassung der Richter war das Betriebsverbot für Prostitutionsstätten bislang nicht zu beanstanden gewesen. Es gilt jedoch seit sieben Monaten ohne Ausnahmen, daher sei es inzwischen unverhältnismäßig und stelle einen außerordentlich schweren Eingriff in die Berufsfreiheit dar. Grund dafür war der Antrag einer Bordellbetreiberin, dass das vollständige Verbot aller sexuellen Dienstleistungen in der gegenwärtigen Lage nicht verhältnismäßig sei. Fortan ist in Baden-Württemberg und auch in Stuttgart die Prostitution „Eins zu Eins“ wieder erlaubt. Das heißt kein Gruppensex, sondern eine Prostituierte und ein Freier dürfen in einem Raum Sex haben. Ferner ist ein Mund-Nasen-Schutz Pflicht und der Kunde muss seine Daten hinterlassen. Ebenso müssen die Bordellbetreiber Hygienekonzepte vorlegen.