„Wir sind voll“ betont Major Klaus Geiselmayr, der Vollzugsleiter in der Justizanstalt Suben. Mit 272 Insassen ist das Gefangenenhaus am Ufer des Inns fast bis auf den letzten Platz belegt.

Lokalaugenschein von Chefredakteur Kurt Guggenbichler

Dominiert werde sein Klientel von Straftätern aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion, erklärt Geiselmayr, aber auch viele Schwarzafrikaner seien in Suben eingesperrt.

Justizminister war vor Ort

Die Haft- und Arbeitsbedingungen sind dort jedenfalls sehr gut. Das stellte auch Justizminister Wolfgang Brandstetter bei seinem Kurzbesuch an einem Freitagnachmittag in Suben fest.

Und bei einem anschließenden Rundgang unter der Leitung von Anstaltschef Oberst Gerd Katzelberger konnte auch ich mich davon überzeugen.

Suben ist eine Strafanstalt für erwachsene Männer, die eine Freiheitsstrafe von mehr als 18 Monaten abzusitzen haben, darunter sind Mörder, Sexualtäter, Einbrecher – die die gesamte Palette – wie Vollzugsbeamten betonen.

Buchdruckerei und Schlosserei

Mit Stichtag 1. September saßen dort 272 Gefangene ein, 263 Erwachsene und 9 junge Erwachsene. Davon sind 95 österreichische Staatsbürger, 42 EU-Ausländer und 135 so genannte Drittstaatsangehörige. Damit besitzen 65 Prozent der Insassen keinen österreichischen Pass.

„Wir sind zu 96 Prozent ausgelastet“, sagt Geiselmayr.

Statistik enthüllt: Über 50% Ausländer in Gefängnissen!

Ausbildung zu Fachkräften

In den insgesamt 17 Anstaltsbetrieben von Suben, die Minister Brandstetter als vorbildlich und beeindruckend bezeichnete, können im Jahresdurchschnitt 223 Insassen arbeiten – eine überdurchschnittliche Beschäftigungsquote im Vergleich zu anderen Haft­anstalten.

Vor allem in der Buchdruckerei und Schlosserei würde hervorragende Arbeit geleistet, heißt es.Das Ausbildungsangebot für die Häftlinge sieht Allgemeinbildung-, Sprach- und EDV-Kurse vor wie auch die Möglichkeit, den Beruf eines Bäckers oder Schusters zu erlernen.

Unterbringungsqualitäten werden verbessert

„Die Zeiten des Sackelpickens sind vorbei, erklärte Brandstetter, der auch betonte, dass man mit 308.813 Arbeitsstunden im Jahr 2016 Einnahmen in der Höhe von 737.524 Euro erwirtschaftete. Doch in einem historischen Gemäuer wie Suben, einem ehemaligen Kloster mit Zusatzbauten, gibt es auch erhaltungsmäßig immer viel zu tun.

Daher wird dort jetzt in einem alten Trakt mit Sanierungsarbeiten begonnen, „die die Unterbringungsqualität maßgeblich verbessern wird“, sagt Justizminister Brandstetter, weshalb er zum Sanier­ungsauftakt extra nach Suben gekommen war, um dort mit dem Abgeordneten zum Nationalrat, August Wöginger (ÖVP) zum Stemmeisen zu greifen und es mit einem Hammer symbolisch in die Mauer zu treiben.

Erzeugung von feuerfesten Mänteln

Dass die Häftlinge in Suben auch feuerfeste Mäntel für die Hochofenarbeiter der Voest erzeugen, überraschte den Minister.

Das wäre ein ideales Geschenk für alle Leute, die damit rechnen müssten, einmal in der Hölle zu landen, scherzte Brandstetter, worauf ich zur Gaudi aller Rundgänger scherzhaft konterte: „Beispielsweise für alle Regierungsmitglieder!“

Späterer augenzwinkernder Nachsatz des Ministers an mich: „Ich glaube, Sie sind einer, der selbst so einen Mantel gut gebrauchen könnte!“

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