Trotz – oder gerade wegen – der überbordenden und oft nicht nachvollziehbaren Corona-Maßnahmen der türkis-grünen Regierung will die in wahren Testorgien herbeigeführten Zahl der Testpositiven nicht sinken. Für die Grünen ist das aber kein Grund zu einer tieferen Reflexion: Sie suchen nach Schuldigen – und scheinen diese einmal mehr in Maßnahmenkritikern gefunden zu haben. 

Hintergrund der Vorwürfe ist ein Video, das derzeit in sozialen Medien kursiert. Dieses zeigt Teilnehmer einer von Mut-Busfahrer Andreas Thurner – Wochenblick berichtete über seinen Widerstand – organisierten Demo-Fahrt von Tirolern zur großen Freiheitsdemo in Wien. Weil jetzt die 7-Tages-Inzidenz im Ort des Firmensitzes nach oben geht, wittert der Klubobmann der Grünen im Tiroler Landtag, Gebi Mair, eine vermeintliche Verbindung zur Demo-Fahrt!

Cluster an Schule – Grüner beschimpft Demofahrer

Weil sich das Firmenareal im Gewerbegebiet Arzl befindet – ist die Sache für Mair klar: Jene kritischen Bürger, die am 6. März in Wien für ihre Grund- und Freiheitsrechte demonstrierten und im fraglichen Video gemeinschaftlich ein Volkslied trällern, müssen für ihn fraglos die Verantwortlichen für ein Cluster im Oberland sein…

Daraufhin berichtigte iohn ein IT-Mitarbeiter des Landes Tirol: Er als Arzler wisse, dass die Fälle in der 3.000-Seelen-Gemeinde – eine Inzidenz von 1.106 bedeutet etwa 30 Fälle, allesamt mit der Volksschule zu tun hätten. Aber Mair lässt sich nicht beirren und hält an seinem Narrativ fest. Besonders brisant daran: Der angebliche „Superspreader“-Lehrer befand zum Zeitpunkt der Demofahrt infolge eines positiven Tests am Vortag schon längst in Quarantäne… 

Keine Pitztaler an Bord, alle Fahrgäste mit Negativ-Test

Als wäre die Entgleisung des Grünen-Politikers – seine Partei ist immerhin in Land und Bund in der Regierung und in der Bundesregierung für die Gesundheitsagenden zuständig – nicht schlimm genug, entbehrt sie auch noch jeder Grundlage. Denn, wie Firmenchef Thurner schon gegenüber dem ORF herausstellte: Alle Teilnehmer der Fahrt hatten einen negativen Test – und keiner davon stammte selbst aus dem Pitztal.

Und wie das exklusive Interview, das Thurner im Februar dem Wochenblick gab, nahelegt, sind die negativen Tests der Fahrtteilnehmer immer besonders aktuell: Bei der Fahrt nach Wien am 13. Februar geschah diese in einer eigenen Teststraße, nur eine halbe Stunde vor der Ausreise. Dass eine Ansammlung von negativ getesteten Menschen für ein Cluster verantwortlich ist, wäre somit wohl eine Weltneuheit...

Andersdenkende als Seuchentreiber?

Kritische Bürger, die Opposition und Leute, die eine andere politische Meinung haben als Sündenböcke – und das alles mittels Äpfel-Birnen-Vergleichs: Das hat inzwischen System. In der Vorwoche schockierte die „Kronen Zeitung“ mit einem absurden Vergleich zwischen dem Anteil der FPÖ-Wähler in einem Bezirk in Oberösterreich und der dortigen 7-Tages-Inzidenz.

Einen Nachweis für eine Kausalität blieb man freilich schuldig. Einige Tage später schoss sich dieselbe Zeitung dann auf den 20-minütigen Besuch von Landeshauptmann-Vize Manfred Haimbuchner bei einer Storchenfeier ein. Weil dieser, wie zahlreiche weitere Landespolitiker mehrerer Parteien, kurz darauf einen positiven Corona-Test lieferte, sprach man von einer „illegalen Baby-Party“ und angeblicher Verantwortungslosigkeit. 

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