Früher war Marlene S.* ein fröhliches und offenherziges Mädchen aus Oberösterreich. Dann kam der Lockdown und nahm ihr ihre Freunde. Weil sie ohne ihre Freunde nicht mehr weiterleben wollte, nahm sich die 15-Jährige das Leben. Sie ist leider kein Einzelfall.

* Name von der Redaktion geändert

Ein virtuelles Kondolenzbuch zeigt: Weit über ihren Heimatort hinaus zeigen sich unzählige Menschen traurig und erschüttert über den Tod der kleinen Marlene. Sie war beliebt: Schulkollegen, Freunde, deren Eltern und örtliche Traditionsvereine: Sie alle vermissen Marlene!

„Wunderbarer Mensch“: Sie schätzten ihr Lachen

Sie sei ein wunderbarer Mensch gewesen, der unerwartet ging, ist unter den Kondolenzwünschen zu lesen. Die engagierte Schülerin wuchs mit ihrer Familie behütet im ländlichen Raum auf. Die Menschen schätzten ihr offenherziges Lachen und ihren Lebensmut. Beim „Känguru-Test“ an ihrer Mittelschule war Marlene eine der Besten. Familienfotos zeigen sie in früheren Jahren freudestrahlend. Allem Anschein nach hätte Marlene eine glänzende Zukunft erwartet.

Sie vermisste ihre Freunde

Doch der Corona-Lockdown sollte alles verändern. Das allseits beliebte Mädchen sollte seine Freunde fortan nicht mehr sehen. Ende Jänner konnte Marlene nicht mehr. Die 15-Jährige wollte nicht weiter abseits der Herzlichkeit ihrer Freunde weiterleben. Sie wählte den Freitod durch Erhängen!

Trauriger Fall erschüttert Telegram-Gruppen

Durch eine Telegram-Gruppe wurde Wochenblick auf den Fall aufmerksam. Dort schrieb eine Oberösterreicherin, die Marlenes Parten-Zettel teilte:

„Das ist in der Nähe einer Freundin von mir passiert.
Ein Mädchen mit 15 Jahren hat sich aufgehängt. Das Mädchen hat einen Brief hinterlassen, sie kann und will mit diesem Corona und Lockdown und ohne Freunde nicht mehr weiterleben.“

In eigener Sache: Werden Kinderleid nicht weiter totschweigen!

In den letzten Wochen erreichten uns viele Meldungen von Suiziden von Kindern und Jugendlichen. Für Medien gilt es als unethisch, über Suizide zu berichten. Aus Sorge vor Nachahmungseffekten („Werther-Effekt“) sah auch Wochenblick bisher davon ab. Doch nachdem sich die Suizide vor allem unter Kindern und Jugendlichen durch die Corona-Maßnahmen häufen, haben wir uns dazu entschieden, darüber zu berichten. Denn wir glauben: Im Fall der Corona-Lockdown implizierten Suizide würde ein Totschweigen diese nur verstärken.

Wichtig: Wenn Sie Sorgen und Depressionen haben, die Sie verzweifeln lassen, holen Sie sich Hilfe: https://www.gesundheit.gv.at/leben/suizidpraevention/inhalt