Ein Leser wandte sich mit einem interessanten Dokument an Wochenblick: Die Handelskette REWE soll bereits am Samstag Bestätigungen an seine Mitarbeiter verteilt haben. Mit denen können sie sich gegenüber den Behörden als Arbeitskräfte der kritischen Infrastruktur ausweisen. So begann bereits der erste Lockdown am 16. März in Österreich. 

Wir haben das Dokument am Samstag von einem Mitarbeiter einer niederösterreichischen Filiale erhalten und haben keinen Zweifel an der Echtheit. Eine entsprechende Anfrage wurde zudem an das Unternehmen geschickt, von einer Beantwortung ist aber erst am nächsten Werktag auszugehen (Eine Antwort traf am Dienstag Nachmittag ein, siehe Ende des Artikels). Für morgen, Montag, hat Bundeskanzler Kurz aber bereits angekündigt, eine Ankündigung machen zu wollen. Gerüchte von einem zweiten Lockdown machen bereits seit gut einem Monat die Runde.

Schon heute, Sonntag, meldete sich der Kanzler via Facebook-Videobotschaft an die Bevölkerung und sprach von einer schwierigen Zeit und Einschränkungen die auf die Menschen zukämen. Die regierungsfreundliche Tageszeitung „Krone“ zitierte ihn in der Überschrift mit den Worten „Es liegt an uns allen“. 

Der erste Lockdown begann ebenso unter voller Einbeziehung der Handelsketten. Diesen wurden zudem Hilfskräfte des Bundesheeres zur Verfügung gestellt. Ein am Sonntag von Wochenblick befragter Regionalmanager einer anderen Handelskette sagte, sein Unternehmen würde aktuell keine solchen Bestätigungen ausstellen. Außerdem hätten die Mitarbeiter ja noch die vom ersten Lockdown – diese verlieren ihre Gültigkeit nicht. Den Schritt von REWE fand er verwunderlich: Damit würde man nur die eigenen Mitarbeiter verunsichern.

Stellungnahme von REWE

Am Dienstag Nachmittag erreichte uns letztendlich ein Antwortschreiben des Pressesprechers der REWE Group, welches wir unverändert nachfolgend wiedergeben:

Wir haben für unsere MitarbeiterInnen, die im Salzburger Bezirk Kuchl – wo seit letzter Woche eine Quarantäne verhängt wurde – tätig sind, Arbeitsbestätigungen zu Verfügung gestellt. Diese sind für den Zugang zum Arbeitsplatz dort notwendig. Formulare werden grundsätzlich für alle Mitarbeiter zugänglich im Intranet zur Verfügung gestellt und nur nach Bedarf eingesetzt. Somit könnte auch eine in Niederösterreich tätige ArbeitnehmerIn sich so ein Formular ausdrucken, obwohl es in Niederösterreich nicht benötigt wird. Außerdem brauchen auch unsere an diversen Lagerstandorten tätigen ungarischen ArbeitnehmerInnen weiterhin eine Arbeitsbestätigung für den Grenzübertritt.