An vielen europäischen Grenzen kommt es zu verstärkten Kontrollen, bei der Einreise gilt oftmals Quarantäne-Pflicht. So mittlerweile auch an der Grenze zwischen Oberösterreich und Bayern. Während sich brave Bürgerlein artig an die überaus einschneidenden Maßnahmen halten, setzten kriminelle Schlepper darauf, dass die Übergänge löchrig wie Schweizer Käse seien. 

Und eine Weile lang waren sie das auch, nach kurzzeitigem Rückgang im ersten Lockdown waren die gelockerten Grenzkontrollen seit dem Frühsommer wieder ein El Dorado für all jene, die an der illegalen Migration direkt oder indirekt mitverdienen. Dass nicht jeder Versuch von Erfolg gekrönt ist, musste ein Syrer feststellen, der versuchte, fünf Landsleute über die grüne Grenze zwischen Schwarzenberg am Böhmerwald (OÖ) und Lackenhäuser (Gde. Neureichenau, Bayern) zu schleusen.

Jetzt auch Rädelsführer festgenommen

Der Vorfall ereignete sich bereits Ende Oktober (also noch vor der Verschärfung des Grenzregiments), der Schlepper wurde festgenommen und seine Passagiere an der bayerischen Grenze zurückgewiesen. Freilich ist der Umstand, dass er unbehelligt quer durch Österreich fahren konnte, ein Zeugnis dafür, dass der Grenzschutz unter Türkis-Grün nicht reibungslos funktioniert. Denn erst die deutschen Behörden hatten ein wachsames Auge, um die illegale Weiterfahrt zu verhindern.

Nun waren weitere Ermittlungen aber von Erfolg gekrönt. Denn am Donnerstag klickten auch für den mutmaßlichen Rädelsführer die Handschellen. Bei diesem handelt es sich ebenfalls um einen Syrer (32), der zuletzt in Dortmund wohnhaft war. Neben der genannten, gescheiterten Schleusung steht er im Verdacht, sich im großen Stil auch an weiteren illegalen Personenbeförderungen quer durch Europa beteiligt zu haben.

Polizei geht von organisiertem Netzwerk aus

Wegen des dringenden Tatverdachts ordnete die aufgrund des Aufgriffes in Niederbayern zuständige Staatsanwaltschaft Passau umgehende Untersuchungshaft an. Die Polizei geht von einem größeren, organisierten Schlepper-Netzwerk aus. Man versucht nun offenbar mit Hochdruck, dieses aufzuspüren, um dem Schleuser-Ring endgültig das Handwerk zu legen.

Übrigens: Für den beauftragten und bereits vor sechs Wochen verhafteten Syrer war die Fahrt im Vergleich mit dem, was andere Schlepper verlangen, nicht einmal sonderlich lukrativ. Für die ebenso gefährliche wie illegale Fahrt bekam er lediglich 500 Euro pro Kopf und Nase. Wie viel er davon seinen kriminellen Auftraggebern hätte abdrücken müssen, ist vorerst nicht bekannt…