Am Dienstag verhaftete eine Spezialeinheit den dringend Terrorverdächtigen Abdullah H. in Berlin-Schöneberg. Der Mann habe sich im Internet über den Bau von Bomben informiert. Er soll auch bereits erste Materialien dafür beschafft haben. Aus seinen Chatnachrichten geht hervor, dass er möglichst viele Menschen ermorden wollte. Brisant: Der Flüchtling aus Syrien arbeitete ausgerechnet in einer Grundschule.

Es ist aktuell noch unklar, wo der 26-jährige Mann zuschlagen wollte. Ob der Mann schon früher auffällig war, wurde nicht bekannt gegeben. Er sei 2014 nach Deutschland gekommen, als Flüchtling anerkannt worden und wäre verheiratet. Als gesichert gilt, dass er in Deutschland Terroranschläge verüben wollte. Dazu tauschte er sich mit anderen Islamisten über Chatnachrichten aus. Alle Beteiligten sollen ein einem engen Naheverhältnis zur Terrororganisation Islamischer Staat stehen.

Seit Monaten überwacht

Sonderermittler hatten den Mann bereits seit drei Monaten observiert. Der auslösende Hinweis auf die Gefährlichkeit des Abdullah H. kam von einem befreundeten Geheimdienst aus dem Ausland. Nachdem die Sachlage einen Zugriff erlaubte, stürmte die GSG9 die Wohnung des Verdächtigen. Aus den beschlagnahmten Unterlagen und Computern sollen weitere Informationen gewonnen werden. Der Flüchtling hatte sich bereits seit Jänner 2019 Bauteile und Chemikalien für den Bombenbau beschafft.

Ermittler sprechen von großer Gefahr

In ihren Online-Chats unterhielten sich die Islamisten laut Erkenntnissen des deutschen Mediums Focus über Plastiksprengstoffe, Paket- und Magnetbomben, Türfallen mit Explosivstoffen, Sturmgewehre und Maschinenpistolen. Die Polizei berichtet, dass von Abdullah H. eine beträchtliche Gefahr ausging. Wochenlang habe man gehofft, dass die Verhaftung rechtzeitig vor einem Anschlag stattfinden könne. Erschwerend kam hinzu, dass der Mann in einer Grundschule als Reinigungskraft beschäftigt war.