Der Tag 12 des Shutdowns in Österreich trifft mich wenig. Als Wochenblick-Grafiker ist es unausweichlich, dass ich vier Tage die Woche im Büro bin – Homeoffice ist mir technisch leider nicht möglich. Dadurch werde ich aber auch zu so etwas wie einem Späher für die Redaktion. Ich sehe den täglichen Betrieb in der Stadt, die freien Autobahnen und die Fußgänger. Ich sehe aber nicht nur Bürger beim Lebensmitteleinkauf, Hundebesitzer beim Gassi-Gehen oder Lieferanten die große Kartons in Apotheken schleppen…

Ein Tagebucheintrag von Hartwig Eder

Wenn man viel „draußen“ ist und lange arbeitet sieht man alljene, die es mit den Ausgangsbeschränkungen nicht so genau nehmen. Wenn man um 21:00 Uhr das Büro verlässt lungern wieder finstere „Jugendbanden“ in den Parks – zwar nicht in den großen und offen einsehbaren – aber dennoch lungern sie. Das mulmige Gefühl beim Passieren solcher Gruppen ist diesmal aber ein anderes. Ehrlich gesagt mache ich mir weniger Sorgen, mich mit dem Virus anzustecken als davor einen Messer-Anstecker zu bekommen. Denn die Gelegenheit wäre ideal – es sind nämlich kaum andere Zeugen unterwegs. Das mulmige Gefühl wird auch nicht verbessert wenn man sich vor Augen führt, dass diese „Jugendlichen“ alleine durch ihre Anwesenheit draußen schon eine generelle Abneigung gegen die Regeln unserer Gesellschaft an den Tag legen.

Interessante Familien-Strukturen

Doch nicht nur die finstersten Gestalten unserer Gesellschaft trifft man draußen an. Erst heute Mittag sah ich zwei Damen mittleren Alters, die sich mit Sekt-Gläsern, einer Flasche Schampus und Zigaretten am Verteilerkästchen in einer Wohngegend gegenüber standen und sich prächtig unterhielten. Zwar geschah das mit einem guten Meter Abstand – wie eine Einschränkung des Soziallebens sah das aber auch nicht wirklich aus…

Verwunderlich ist auch, wie viele Mitmenschen jetzt scheinbar in ein und dem selben Haushalt zu wohnen scheinen. Besonders Frauen mit Kopftüchern und zugehörige Männer aller Altersschichten wohnen wohl häufig in 6-10 Personen-Haushalten zusammen. Ich weiß zwar, dass sich Muslime gerne als Brüder und Schwestern bezeichnen, in den Corona-Ausnahmezustands-Maßnahmen ist „Familie“ so aber wohl nicht so gedacht…

Verständlicher Freiheitsdrang

Auch wenn ich dieses Verhalten jetzt kritisiere, so kann ich nicht umhin diese Menschen teilweise zu verstehen. Vermutlich aus anderen Motiven, denn bei mir ist es nicht Ignoranz die mich nach draußen treibt und es ist auch kein Clan-Gehorsam, der mich an meine Familie bindet. Es ist mein innerer Freiheitsdrang, der mich beflügelt mir nicht alles gefallen zu lassen, was uns die Regierung an Freiheiten wegnehmen will. Deshalb bleibe ich auch weiterhin kritischer Beobachter der „Maßnahmen“ und werde auf jeden Fall Vorkämpfer sein, wenn es um die Rückgabe aller Freiheitsrechte nach dem Durchstehen der Krise geht.

Dieser Freiheitsdrang ist es auch, der mich gegen Dinge käpfen lässt, die uns Regierungen, Globalisten, Kulturmarxisten und religiöse Dogmatisten aufzwingen wollen. Es ist auch der Familiensinn der mich dazu verleitet für den sozialen Frieden, eine bessere Zukunft und die Erhaltung meiner schönen Heimat zu sorgen, damit die kommende Generation ein genauso schönes Leben führen kann, wie ich.

Verantwortung für unsere Eltern

Ich werde mich auch in Zukunft von meinem Weg nicht abbringen lassen, aber derzeit befinden wir uns in einer Krise, und wenn wir wollen, dass die Linzer Eishalle weiterhin den Black Wings zur Verfügung steht und nicht zu einer improvisierten Leichenhalle wird – wie es in Madrid derzeit der Fall ist – dann sollten wir darauf achten so wenig Risiko wie möglich einzugehen. Das sind wir auch den Generationen vor uns schuldig.

Diese kriegs- und krisengebeutelten Generationen haben in ihren vielen Leidenswegen eine Sache bewiesen: Eine kaputte Wirtschaft kann man wieder aufbauen, tote Familienmitglieder aber kann man nicht wiederbeleben…