Die neuen Apple AirPods, Filme auf Blu-ray, eine Gymnastikmatte, Springseil, Malstifte für die Kinder, eine große Familienpackung Toilettenpapier und Desinfektionsmittel. Ein paar Klicks und schon befindet sich die heiß erwartete Bestellung auf dem Weg. Doch wer glaubt, dass nur Megakonzerne wie Amazon diese Artikel in Zeiten der Corona-Krise verkaufen, irrt gewaltig.

Ein Tagebucheintrag von Julian Utz

Der Riese wächst und wächst …

Seit Beginn der derzeitigen Gesundheitskrise steht bei vielen kleineren Geschäften sowohl an den Türen als auch auf der Homepage in ähnlichen Formulierungen: „Wir mussten leider schließen, aber sie können Online bei uns bestellen.“ Baumärkten, Lebensmittelhändler oder Warenhäuser geht es ähnlich. Leider funktioniert dies in der Praxis nicht so ganz: Diejenigen, die sich erst jetzt darauf besinnen, ihren Kunden Lieferdienste anzubieten, kommen in der Regel oft zu spät. Denn etablierte Versandriesen wie Amazon machen in diesen Tagen das große Krisengeschäft. Der Konzern profitiert in gigantischem Ausmaße von dem Onlinehandelsboom, will nun 100.000 neue Mitarbeiter einstellen und machte in 10 Tagen 10 Milliarden Dollar Gewinn.

Österreichische Kleinbetriebe unterstützen

Wegen geschlossenen Geschäften und abgesagten Terminen kämpfen stattdessen viele heimische Betriebe mit enormen Einbußen ums nackte Überleben und würden sich schon um einen minimalen Bruchteil der Amazon-Einnahmen wahnsinnig freuen. Es stellt sich nun die Frage, wie man die Online-Shops derer Geschäfte findet, die in den vergangenen Tagen online „aufgerüstet“ haben. Die österreichische Publizistin und Greenpeace-Aktivistin Nunu Kaller hat in den vergangenen Tagen und Wochen eine Liste aller heimischen Geschäfte zusammengetragen, die momentan liefern. Von Büchern und Kleidung über Schmuck, Sportartikel und Spielzeug ist dort wirklich alles zu finden was das Herz begeht. In nächster Zeit kann auf Amazon und Co. getrost verzichtet werden. Es gibt viele weitere Initiativen, die den Ernst der Lage für die regionale Wirtschaft erkannt haben. Die Initiativen lieferserviceregional.at der Wirtschaftskammer oder kauftregional.at sind ebenfalls ein Beispiel, wie heimischen Produzenten, Händlern und Dienstleistern geholfen werden kann. In diesem Sinne: Mit gegenseitiger Solidarität schaffen wir es gemeinsam und sicher durch die Krise!