Durch die verordnete Zeit zum Nachdenken kommt der eine oder andere vielleicht zum Schluss, dass der hochgelobte, unverzichtbare, alternativlose Staatenbund EU außer Kosten zu verursachen in der Krise völlig nutzlos ist. Von Einheit, Solidarität, Vorausplanung, Schutz und Hilfe ist nichts zu bemerken. Jede Nation ist auf sich alleine gestellt, manche zeichnen sich hier auch durch besondere Rücksichtslosigkeit aus. Doch das ist auch eine Chance für alle um zu erkennen, was richtig und wichtig ist – und worauf man ganz problemlos verzichten kann.

Ein Tagebucheintrag von Willi Huber

Liegen bei allen Familien die Nerven bereits blank? Diverse Medien betonen das ja, darüber hinaus natürlich für Alleinerziehende. Und ja, die dürften es in Zeiten wie diesen wirklich nicht leicht haben. Tatsächlich kommt man aber mit einer Runde Disziplin vermischt mit der notwendigen Geduld gut über die Runden. Sehr erfolgreich ist es, die Kinder auch regelmäßig mal zu umarmen und zu loben. Und nicht bei jeder Kleinigkeit auszuzucken. Auch wenn sich Home Office und Kinderschar nur bedingt vertragen. Aber wenn wir großen schon an den Corona-Maßnahmen zu kauen haben, wie schwierig muss es wohl für die Kleinen sein, eine plötzlich gänzlich andere Welt zu verdauen.

Der entschleunigte Bürger hat Zeit zum Nachdenken

Durch die zwangsverordnete Entschleunigung hat der Bürger auch viel Zeit, um zu lesen und um nachzudenken. Folgt man nun nicht den von der Obrigkeit verordneten Regeln, sich nur auf offizielle, öffentlich-rechtliche Quellen zu verlassen, kommt man unweigerlich zu Fragen und Gedanken, welche sich die Regierungen gerade jetzt nicht wünschen. Zählt man Eins und Eins zusammen kommt man vielleicht zum Schluss, dass die EU wohl der am wenigsten sinnvolle oder gar nützliche aller Staatenbünde ist. In der Krise zeigt sich, dass die unbeschreiblich teuren Bürokraten in Brüssel so hilflos wie zahnlos sind. Von der Kompetenz ganz zu schweigen, aber Kompetenz in der Politik ist ohnehin europaweit seit Jahrzehnten kaum noch eine Kategorie.

Der Moloch EU: planlos und teuer

Was macht also diese EU seit Beginn der Krise? Eigentlich müsste man die Frage zurückdatieren. Was macht die EU, seit im Dezember bekannt wurde, dass die Pandemie kommen wird? In der Wahrnehmung der Öffentlichkeit macht sie nichts. Die einzigen vernehmbaren Forderungen waren stets jene nach offenen Grenzen und Import der „Flüchtlinge“ aus Griechenland. Es gab weder sinnvolle Ratschläge all der überfinanzierten EU-Bonzen und ihrer Beamtenscharen, wie sich die Staaten auf die Krise vorbereiten sollen, noch zentrale Maßnahmen, um zumindest die medizinische Versorgung sicherzustellen. Jetzt, in der Krise, führt das zu seltsamen Blüten. Italien erhält die meiste Hilfe aus Russland, China und Kuba, während die EU-Paktstaaten wichtige medizinische Lieferungen blockieren oder gar einbehalten. Das selbe Problem traf auch Österreich, wo das ach so moralisch hochwertige, EU-hörige Deutschland einen LKW mit notwendiger Schutzausrüstung nicht passieren ließ. Wie FPÖ-Vilimsky gerade erst auf Facebook sagte, trifft es zu: Die EU kann „offenbar gar nix“. Man sollte es halten wie bei den Mieten. Für die Zeit der Krise sind sämtliche Zahlungen an den bürokratischen Moloch einzustellen. Danach kann man weitersehen.

Habe die Nase voll von Politikerlügen

Wer die Kommunikationsstrategie der ÖVP in den letzten Wochen verfolgt hat, erkennt folgendes Muster: Leugnen und als Fake-News abtun. Abstreiten und lächerlich machen. In Teilen einräumen. So umsetzen, wie es als Fake-News verteufelt wurde. Dieses Spiel erleben wir zur Zeit bei der Dauer der verhängten Maßnahmen. Zunächst waren die Maßnahmen ja nur für 1-2 Wochen angekündigt. Dann bis zum Ende der Ferien. Mittlerweile hört man sowohl von Anschober als auch von Kurz, dass die Maßnahmen „noch viel länger dauern könnten“. Dass diese Taktik der gezielten Desinformation – um nicht zu sagen Lüge – von den meisten Österreichern nicht durchschaut werden zu scheint, ist mir unerklärlich. Ich für meinen Teil habe die Nase voll von Message Control, Büblein im schönen Anzug oder vom Leben schwer gezeichneten Öko-Moralisten. Ich will die Wahrheit. Schonungslos und vollständig. Das haben wir Steuerzahler uns verdient. Und ich will sinnvolle Aussagen darüber hören, wie Österreich nach der Krise seinen Wohlstand weiter erhalten kann. Denn jeder Tag der Maßnahmen bedeutet noch mehr unverschuldete Schuldknechtschaft für uns Bürger, daran führt kein Weg vorbei.

Linz-Urfahr: Wenig Polizei, viele Menschen auf den Straßen

Wie sieht es in der Umgebung aus? In Linz-Urfahr, meinem Wohnort, ist immer weniger Bereitschaft zur Einhaltung der Maßnahmen zu erkennen. Auf den Straßen war gestern ausreichend Verkehr, sowohl was Fußgänger als auch was Autos betrifft. Von Polizei oder gar Militär war auf den Straßen nichts zu sehen. Von Kontrollen erfährt man nur aus Anekdoten oder aus der Zeitung. Vielleicht ist die Polizei in Österreich auch tatsächlich eher in problematischen Brennpunktgebieten eingesetzt, zu denen Linz-Urfahr zum Glück noch nicht zählt. Für den Bürger ist das erfreulich, denn Beamte die einen beim Spaziergang alleine ermahnen, dass man keine Selfies vor der blühenden Natur anfertigen dürfe, brauchen wir in dieser Situation so dringend wie eine Hochwasserkatastrophe. Solche Exzesse gibt es wohl nur in Wien, wo man auf Moralterror gegen die eigene Bevölkerung noch stolz zu sein scheint, während die üblichen „Männergruppen“ von polizeilichen Ermahnungen eher verschont bleiben. Dort würde es ja auch nicht so einfach ablaufen wie mit dem österreichischen Steuerzahler, der sich zähneknirschend fügt. Und zum Glück werden wir in Oberösterreich auch davon verschont, jeden Tag aus Polizeilautsprechern mit Liedern abgehalfterter, dem Patriotismus ferner Künstler zwangsbeschallt zu werden.

In diesem Sinne – bleiben Sie gesund, passen Sie auf sich und ihre Lieben auf. Und bleiben Sie guten Mutes, denn diese Situation könnte noch viel länger anhalten als uns allen lieb ist.

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