Ja, es war ein Hilferuf, der unsere Redaktion vor einigen Tagen erreichte. „Bitte kommen Sie und sehen Sie sich das an, berichten Sie darüber“, schrieb uns eine Linzerin, die ihr Geschäft im berühmt-berüchtigten Krempl-Hochhaus betreibt. Die Zustände, die wir dort vorgefunden haben, sind erschütternd. Schon am helllichten Tage dealen Afrikaner ungeniert mit harten Drogen…

Ich schätze den jungen Mann auf Anfang 20. Er ist blond, schlank und großgewachsen. Ich beobachte ihn durch eine getönte Scheibe, die sich eine Geschäftsfrau extra hat anfertigen lassen. Man kann raussehen, aber nicht hinein. „Gleich kommt ein Afrikaner“, kündigt mir die Dame mit einer Sicherheit an, die sie über die Jahre entwickelt hat.

Trostloser Alltag im Drogen-Sumpf

Sie weiß ganz genau, was passiert. Wie es passiert und wo es passiert. Keine zehn Sekunden später wird ihre Prophezeiung wahr. Ein dunkelhäutiger Mann kommt ins Sichtfeld. Ein kurzes Gespräch. Dann wechseln ein Geldschein und ein kleines Säckchen ihre jeweiligen Besitzer. Fertig.


Ich habe gerade einen Drogendeal beobachtet. Es ist kurz nach 16 Uhr an einem sonnig-heißen Junitag. Ich wende mich wieder der Frau zu, die unsere Redaktion um Hilfe gebeten hatte. Für sie muss es ein Déjà-vu-Erlebnis sein. Bereits vor drei Jahren, 2016, machte sie den „Wochenblick“ auf die schon damals völlig außer Kontrolle geratene Drogen-Szene rund um das berühmt-berüchtigte Linzer „Krempl-Hochhaus“ aufmerksam. Früher, als die Fassade des Gebäudes noch grün war, nannte man es „Spinatbunker“. Es erscheint mir passend, dass es sich nun in tristem Grau präsentiert. „Grün ist die Farbe der Hoffnung“, sagt man. Und Hoffnung haben in dieser Gegend von Linz-Süd nur noch wenige. 

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