Durchführung eines Corona-Tests in Ansfelden

Nach dem Vorbild der slowakischen Nachbarn will Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) die gesamte Bevölkerung auf Corona testen lassen. Für die Durchführung dieser Antigen-Massentests noch vor Weihnachten soll es zur Aufstellung von nicht weniger als 2.000 Teststraßen kommen. 

Weil das Bundesheer für jede dieser temporären Test-Einrichtungen vier Soldaten abstellen soll, bedeutete dies: Insgesamt 8.000 österreichische Bundesheer-Angehörige sollen alleine für diese Aufgabe herhalten. Angesichts dessen, dass es in Österreich nur etwa 14.000 Berufssoldaten gibt, bedeutet dies: Mehr als die Hälfte unseres stehenden Heeres ist dafür reserviert. Die Einberufung der etwa 25.000 Miliz-Soldaten ist für diesen Assistenzeinsatz nicht geplant.

Heer soll geregelten Ablauf „freiwilliger“ Tests bewahren

Dies berichtet zumindest die Kleine Zeitung am Mittwoch unter Berufung auf das Kommando Streitkräfte in Graz. Übrigens: Für die tatsächliche Durchführung der Tests sind die Soldaten gar nicht einmal im Einsatz – sie sollen lediglich einen geregelten Ablauf sicherstellen. Die tatsächliche Testung soll durch das Rote Kreuz stattfinden, man rechnet mit bis zu vier Millionen Freiwilligen in der Test-Tranche vor Weihnachten

Der offizielle Grund: Die Armee besitzt nämlich – no, na – nicht so viele Sanitätspersonal. Dass man den Auftrag überhaupt annehmen konnte liegt auch daran, dass dieser relativ schnell abgewickelt werden könne. Gleichzeitig stellt sich die Frage: Wovor fürchtet sich die Regierung, wenn tausende Soldaten einen reibungsfreien Ablauf sicherstellen sollen, obwohl fast die Hälfte der Menschen angeblich freiwillig kommen soll?

Österreichs Massen-Tests in zwei Durchgängen

Zumindest ist die „Freiwilligkeit“ jenes Mantra, das die Regierung seit ihrer Ankündigung der Massentests herunter betet. Kritiker befürchten trotzdem, dass es zu einem Zwang kommen könnte. Dies gilt es zu beobachten – gerade vor dem Hintergrund, dass das slowakische Vorbild nämlich sehr wohl auf Auflagen setzte, um zwei Drittel seines Volkes binnen weniger Tage durchzutesten. Dabei waren auch Santitäter des heimischen Bundesheeres zur Unterstützung im Einsatz und bringen daher Erfahrungswerte mit.

In Österreich soll es zwei Tranchen für die massenhaften Antigen-Tests geben. Der erste Durchgang kurz nach Lockdown-Ende soll vor allem Lehrer und andere Systemerhalter im Bildungs- und Gesundheitsbereich betreffen – man rechnet mit 200.000 Tests in 200 Teststraßen. Der riesige Assistenz-Einsatz des Heeres betrifft dann erst den Zeitpunkt, zu dem man in die Breite testen will.