In einem Linzer Kindergarten sorgt die Tuberkuloseerkrankung eines fünfjährigen Buben für viel Aufregung. Denn nun müssen 115 seiner Spielgefährten auf die gefährliche Krankheit untersucht werden.

Das erkrankte Migrantenkind befindet sich derzeit in der TBC-Spezialstation des Kepler-Klinikums. Laut den Ärzten gehe es ihm aber gut.

Entwarnung gibt es währenddessen auch vom Gesundheitsservice der Stadt Linz. Grundsätzlich besitzt der Mensch eine natürliche Abwehr gegen die gefährlichen TBC-Bakterien, weshalb nur wenige Menschen beim Kontakt mit dem Erreger wirklich erkranken.

Migrationskrankheit breitet sich aus

Dennoch sind Mediziner besorgt, denn in Folge der Asyl-Krise 2015 häuften sich in den vergangenen Jahren in ganz Europa wieder Tuberkulosefälle – so etwa im November und Dezember 2016 sowie im April letzten Jahres.

Im Oktober 2017 berichtete der „Wochenblick“ über einen Tuberkulosefall an einem Gymnasium in Niederösterreich, wo ein unbegleiteter minderjähriger Flüchtling (UMF) an TBC erkrankte.

Angst vor multiresistenten TBC-Keimen

Forscher der Universität Zürich in der Schweiz haben indes bei afrikanischen Migranten einen neuen, resistenten Tuberkulose-Erreger entdeckt – europäische Labors sind laut Medienberichten in Alarmbereitschaft.

„Der Erreger wies eine neuartige Kombination von Resistenzen gegen vier verschiedene Antibiotika auf, die noch nie beschrieben worden war“, wird Peter Keller, Leiter Diagnostik im Nationalen Referenzzentrum für Mykobakterien (NZM), in einer Mitteilung der Universität Zürich zitiert.