Auf den kanarischen Inseln nimmt die Zahl der illegalen Migranten immer weiter zu. Konflikte sind an der Tagesordnung. Zuletzt musste in einem Migrantenlager die Polizei eingreifen, weil es wegen des Essens zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen war.

Seit geraumer Zeit nehmen die Ankünfte von illegalen Migranten aus Afrika auf den kanarischen Inseln stark zu. Aus Platzmangel wurden viele der Neuankömmlinge zunächst in 4-Sterne-Hotels und Luxusressorts untergebracht, da diese Corona-bedingt ohnehin leerstanden. Doch nun machte sich bei den Migranten Frust breit, der sich in gewalttätigen Protesten entlud. Denn mit dem herrschaftlichen Leben in Luxushotels war es verständlicherweise irgendwann vorbei, die Illegalen mussten in ganz normaler Auffanglager umziehen. Und mit der Unterkunft änderte sich offenbar auch der Speiseplan – zumindest schien die Qualität der gebotenen Nahrung nicht mehr derjenigen der Hotel-Buffets zu entsprechen.

NGO rief Polizei

Denn diese schlechtere Qualität des Essens führte im Auffanglager von Las Raices am Samstagnachmittag zu Konflikten zwischen dem Sicherheitspersonal des Lagers und Einwanderern aus, die zuvor in Hotels untergebracht waren. Die Sicherheitsleute und die Mitarbeiter der NGO Accem, die das Zentrum betreut, wussten sich schließlich nicht anders zu helfen und riefen die Polizei zu Hilfe um die Auseinandersetzungen zu beenden. Die Polizei beendete dann auch die Konfrontation und nahm sieben Personen fest.

Konflikte zwischen Einwohnern und Migranten

Nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks erreichten 2020 mehr als 23.000 Personen aus Afrika die Inselgruppe – sieben Mal mehr als 2019 – und hoffen, von da auf das europäische Festland gebracht zu werden. Allein bis Anfang März kamen 2021 knapp 2.500 Einwanderer auf den kanarischen Inseln an, doppelt so viele wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Bevölkerung ist wenig erfreut darüber, denn Konflikte mit den Migranten sind alltäglich. Erst Ende 2020 kam es zu Protesten der Inselbewohner, weil Afrikaner einheimische Mädchen belästigt hatten. Zudem fürchten sie auch um die Zukunft des Tourismus. Daher haben sich auch bereits Einwohner-Milizen gebildet, um für Sicherheit zu sorgen. Aber auch von Seiten der Migranten kommt es zu regelmäßigen Protesten – nicht nur wegen des „schlechten Essen“. Sie fordern endlich auf das spanische Festland gebracht zu werden.