Mütter und Väter sind derzeit gezwungen, ihre Kinder Woche für Woche den immer quälender werdenden Corona-Maßnahmen in den Schulen auszusetzen. Wie sehr die Familien darunter leiden, zeigte sich unlängst im Berchtesgadener Land. Dort griffen Eltern in ihrer Not zu einer außergewöhnlichen Idee und baten in einer Protestaktion die Bundeswehr um ihre Hilfe.

Eine Reportage von Frederik Friesenegger

In den frühen Morgenstunden des 26. April versammelten sich verzweifelte Eltern und Kinder gegenüber der Bad Reichenhaller Kaserne. Die Sorge um die Kinder, die mit den Tests an den Schulen einer enormen Belastung ausgeliefert sind und bei einer positiven Testung traumatische Erlebnisse durchleben müssen, hatte Mütter und Väter auf die Straße getrieben. Ihre letzte Hoffnung: die Bundeswehr. Nachdem bekannt geworden war, dass Eltern, die den Maßnahmen kritisch gegenüber stehen, von Polizei und Gerichten im Stich gelassen worden waren und man man ihnen sogar mit Kindesentzug gedroht hatte, wandten sich die Reichenhaller nun in ihrer Not an das Militär. „Helft unseren Kindern!“ stand auf den hochgehaltenen Transparenten und: „Danke, dass ihr da seid!“ Wochenblick sprach mit Florian Obermüller, der von den Eltern kurzfristig dazu geholt wurde, um als Journalist den Protest mit einem Livestream zu dokumentieren.

„Stellt das Grundgesetz wieder her!“

„Der Soldat hat die Pflicht der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen!“, zitiert Florian Obermüller §7 des Soldatengesetzes, der auch Teil des militärischen Amtseides ist und erklärt: „Die Bundeswehr kann keine Befehle von Zivilisten empfangen, aber der Bundestag gibt der Bundeswehr Mandate und er besteht aus gewählten Volksvertretern — warum kann das Volk der Bundeswehr also nicht selbst direkt ein Mandat geben? Schließlich hat sie geschworen, das Recht und die Freiheit des Volkes zu verteidigen. In diesem Fall ist das Mandat an die Bundeswehr: Stellt das Grundgesetz wieder her!

Grundgesetze seien Ewigkeitsrechte, stellt der passionierte Reporter fest, und jeder Beamte, der nun den Psychoterror und die Kindesmisshandlung durch die Tests an den Schulen mittrage, müsse eigentlich wegen Hochverrat nach §81 vor ein Militärgericht gestellt werden. „Wie können wir die Bundeswehr aufwecken und an ihren Eid erinnern?“, fragt Obermüller.

Polizei und Militär erhörten verzweifelte Eltern nicht

Beim friedlichen Protest der Eltern vor Ort sei weder Militär noch Polizei auf die Bitten der Eltern eingegangen, berichtet Obermüller, im Gegenteil: Von Seiten der Kaserne wurden die Eltern nicht angehört, es wurde ihnen im Gegenteil ein Platzverweis angedroht! Die anwesende Polizei bestimmte willkürlich einen Verantwortlichen („Wer als Erster das Wort erhebt, ist der Versammlungsleiter!“) und stellte gegen ihn Strafanzeigen. Statt die Eltern zu schützen und ihnen als „Freund und Helfer“ aus einer neutralen Haltung heraus beizustehen, sei das Verhalten der Polizei derart bedrohlich gewesen, dass manche Eltern vor Angst am ganzen Körper gezittert hätten.

Mut der Eltern inspiriert

Florian Obermüller dokumentierte alles auf Film und erklärte selbst vor Ort die Situation in einem Video, das nun überall in den sozialen Netzwerken geteilt wird — der Mut der Eltern und ihrer Kinder bei der Aktion und ihr Einsatz für Recht und Menschlichkeit berühren und inspirieren.

„Grundrechte sind Menschenrechte, die kann man nicht auslöschen wegen einer Pandemie“, stellt Obermüller klar und verweist auf die Angelobung des österreichischen Militärs: Auch beim Bundesheer schwören die Soldaten, das eigene Volk zu schützen und auch sie unterstehen einem gewählten Volksvertreter, dem Bundespräsidenten.

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