Freunde treffen und lachen sehen: In Mississippi und Texas herrscht Normalität.

Anfang März wurde in Texas die Maskenpflicht aufgehoben, Geschäfte und Lokale öffneten wieder uns siehe da: die Zahl der Neu-Infektionen sank im März auf ein Rekordtief, das bis in die erste Aprilwoche anhielt. Dasselbe gilt für die Zahl der Hospitalisierungen und Todesfälle. 

Von Kornelia Kirchweger

Texas erteilte auch den Bestrebungen von US-Präsident Joe Biden, gemeinsam mit privaten Unternehmen, einen Impfpass einzuführen, eine Abfuhr. 

Kein Biden-Impfpass

Der republikanische Gouverneur, Greg Abbott, untersagte jetzt per Verordnung allen öffentlichen (Unter-)Einrichtungen und mit öffentlichen Geldern unterstützten Organisationen, die Einführung einer Impfpass-Pflicht – etwa, um reisen zu können oder im Restaurant zu essen. Man werde die Impfungen in Texas fortsetzen und die öffentliche Gesundheit schützen, aber ohne auf den persönlichen Freiheiten der Texaner herum zu trampeln. Bisher sind knapp 17 Prozent der Texaner geimpft. Die Seren kommen von Pfizer, Moderna und Johnson & Johnson und werden nun an alle Impf-Willigen über 16 Jahren verabreicht. 23 Prozent der texanischen Bevölkerung sind unter 16 Jahren.

Republikaner für Freiheit

Mit seiner Verordnung setzte Abbott zwei Biden-Gesetze aus: Eines über die Erlaubnis zur Zwangs-Impfung in bestimmten Krisen und eines über die Möglichkeit, Bürger zu zwingen, ihren Impfstatus bekannt zu geben. Auch Florida lehnt den Biden-Impfpass ab, dort darf ihn auch die Privatwirtschaft nicht verlangen. Dasselbe gilt in Pennsylvania: Routine-Aktivitäten von Menschen dürfen nicht per Impfpass verboten werden. „Jetzt ist es Covid-19, aber wo wird es enden?“, hieß es dort. Auch in anderen, republikanisch regierten US-Bundesstaaten, gibt es entsprechende Verordnungs-Entwürfe.

Krisen-Hotspots: hispanische und schwarze Amerikaner

Die Corona-Krise betraf in Texas vor allem die hispanischen und schwarzen Gemeinschaften. Wegen der Lockdowns verloren viele ihre Jobs im Servicebereich. Auch bei den Infektionen und Todeszahlen lagen sie an der Spitze. Die Impfbereitschaft ist nicht sehr hoch. Das hat verschiedene Gründe. Unter anderem leben in diesen Gemeinschaften viele illegal Zugewanderte, die nicht aufscheinen wollen. Beim Testen oder Impfen müssten sie sich ausweisen. Zudem gibt es massive Bedenken wegen Nebenwirkungen und einen Mangel an Information, wo und wie die Impfregistrierung erfolgt. Das will man jetzt mit mobilen Impfteams lösen. Auch Religionsgemeinschaften sollen Überzeugungsarbeit leisten, Impfungen soll es auch in Kirchen und deren Einrichtungen geben.

Anhaltende Impfskepsis

Die generelle Impfskepsis in diesen Bevölkerungsgruppen belegt auch ein Bericht des „Pew“-Forschungszentrums vom Dezember 2020: 43 Prozent der befragten schwarzen Amerikaner wollen sich nicht impfen lassen. Bei hispanischen Amerikanern sind es 63 Prozent, bei Weißen 61 Prozent. Am größten ist der Impfwille bei den englisch-sprechenden asiatischen Amerikanern, 83 Prozent wären bereit dazu. Eine Mehrheit der Amerikaner sagte, sie würde sich „nicht wohlfühlen, wenn sie unter den ersten sind, die geimpft werden“. Knapp 40 Prozent der Amerikanern sagten, sie würden sich wahrscheinlich nicht impfen lassen. Erneute Umfragen dazu, im Jänner 2021, zeigten nur leichte Verschiebungen – 6% waren da bereits geimpft.

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