Das thüringische Erstaufnahmezentrum Friedberg bei Suhl sorgt erneut für Schlagzeilen. Zuletzt weigerten sich Busfahrer die Strecke zu fahren. Nun wurden Zahlen über Delikte publik, es geht um Sachbeschädigung, Körperverletzung, Drogen, Hausfriedensbruch…

Die Erstaufnahmeeinrichtung beherbergt derzeit rund 540 sogenannte Flüchtlinge – und ein Teil von ihnen scheint es richtig krachen zu lassen. Allein von Jänner bis April 2020 kam es in dem Asylzentrum zu rund 100 Polizeieinsätzen und über 200 Straftaten. Und wie jetzt aktuelle Zahlen zeigen, hat sich die Lage in den letzten Monaten keineswegs verbessert. Dies zeigt zumindest die Auswertung des thüringischen Innenministeriums, wie die „Bild“ berichtet.

Zahlen schossen in die Höhe

Die warmen Temperaturen im Sommer sorgten offenbar dafür, dass sich die Gemüter stärker erhitzten. Allein von Juni bis Ende August, also in drei Monaten wurden in der Einrichtung 151 Straftaten registriert. Und es zeigte sich, dass sich das Kriminalitätsgeschehen zunehmend in die Stadt verlagert. So wurden in den drei Monaten 90 Straftaten in dem Asylaufnahmezentrum verübt und 61 in der Stadt Suhl, der Großteil davon Ladendiebstähle. In Suhl beklagt man, mit der Situation überfordert zu sein.

Zwei Millionen Euro für Sicherheitstechnik

Der thüringischen Landesregierung scheinen die Probleme mit den Neuankömmlingen nicht unbekannt zu sein. Dem Minister für Migration, Justiz und Verbraucherschutz Dirk Adam (Grüne) ist schon seit längerem klar, dass es in der Flüchtlingsunterkunft immer wieder zu Konflikten kommt. Deshalb wurde im September auch beschlossen, dass das Land Thüringen zwei Millionen Euro in Sicherheitstechnik investiert. So sollen unter anerdem eine Videoüberwachung für bestimmte Gemeinschaftsbereiche und ein digitales Schließsystem für mehr Schutz sorgen. Die Stadt Suhl hatte die Videoüberwachung seit langem gefordert.