Beim „Volksverpetzer“ handelt es sich um so etwas wie die böse Stiefschwester von „Correctiv“ & Co.: Im Gegensatz zu diesen versuchen sie nicht einmal den Anschein von Neutralität zu wahren. Ihre Texte sind plakativ, wenden sich gegen kritische Stimmen und nehmen das Überprüfen von Fakten lediglich als Beibrot mit.

Dennoch werden sie von Teilen des Mainstreams als vermeintlich neutrales und wertvolles Portal geschätzt. So gab es erst in diesem Jahr den Augsburger Medienpreis in der Kategorie „Mut“ und im Vorjahr den Hauptpreis beim „Goldenen Blogger“. Unlängst aber verstieg sich das umstrittene „Faktencheck“-Portal massiv. Es ging dabei um die Frage, ob es sich bei Kritikern der Corona-Maßnahmen um „Corona-Leugner“ handle.

Wer bastelt sich nun „die Realität passend“?

Hier machte sich das Portal auf Twitter darüber lustig, dass Anhänger der „Querdenken“-Bewegung stets darauf hinweisen müssten, dass sie keine „Corona-Leugner“ seien. Denn man verwende dieses Wort gar nicht. Entsprechend liefen derartige Argumente ins Leere: „Diese Leute argumentieren ausschließlich gegen Strohmänner und basteln sich ihre Realität passend“.

Allerdings machten die Leute vom „Volksverpetzer“ ihre Rechnung ohne den Wirt. Denn ein Twitter-Nutzer, der in den vergangenen Monaten mit Gegenüberstellungen über Widersprüche im medialen Mainstream regelmäßig begeisterte, widersprach dieser Behauptung. Es gäbe zumindest acht Fälle, in denen „Volksverpetzer“ die Kritiker der Corona-Maßnahmen sehr wohl als „Corona-Leugner bezeichneten.

„Faktenchecker“ berufen sich auf „Mini-Ungenauigkeit“

Irren ist bekanntlich menschlich, und wer frei von Sünde ist, werfe den ersten Stein. Aber die entlarvten „Faktenchecker“ dachte gar nicht daran, zurückzurudern und ihren Fauxpas einzugestehen. Vielmehr redeten sie sich auf eine „Mini-Ungenauigkeit“ heraus. Nun hätten die „Realitätsleugner“ etwas, auf das sie sich „einschießen“ könnten. Man verwende das Wort eben „nicht mehr“.

Aber auch die Darstellung der „Mini-Ungenauigkeit“ mutet unfassbar an. Denn in vielen Fällen richten sich vermeintliche „Faktenchecks“ unterschiedlicher Portale auch gegen Artikel freier Medien, die nur geringfügige Recherchefehler aufweisen. Dem Wochenblick ließ der „dpa-Faktencheck“ sogar einmal einen Faktencheck angedeihen, weil wir über einen völlig korrekten Sachverhalt berichteten, der den „unabhängigen Faktenprüfern“ schlicht und ergreifend nicht aktuell genug war…

Ähnliche Wortwahl nur kurze Zeit vor Flunker-Tweet

Das besonders Kuriose: Bevor der „Volksverpetzer“ so dick auftrug, hätte er nur ein klein wenig in seiner Timeline blättern müssen. Andererseits: Ganz dasselbe warfen sie den Maßnahmenkritikern ja gar nicht vor. Immerhin nannte man sie tags zuvor gar nicht „Corona-Leugner“, sondern nur, ganz gendergerecht, „Pandemie-Leugner:innen“. Der Teufel steckt eben im Detail…

Auch juristische Probleme drohen

Übrigens: Nicht nur bei der Glaubwürdigkeit im Netz droht dem „Volksverpetzer“ jetzt Ungemach. Denn der kritische Arzt Dr. Wolfgang Wodarg reichte eine Klage gegen drei Autoren just dieses „Faktenchecker“-Kollektivs ein – Wochenblick berichtete unlängst. Der frühere SPD-Politiker war bereits seit Anfang der Pandemie eine gewichtige Stimme wider das öffentliche Narrativ.

Dafür überhäufte ihn das Gegenüber – eben auch der „Volksverpetzer“ mit Häme und überbordend negativen Wortmeldungen. Der Vorwurf der im Raum steht, sind „infame Verunglimpfung“ und „ehrabschneidende Behauptungen“. Der Streitwert liegt bei 250.000 Euro, im Falle einer Niederlage könnte es für die selbsterklärten „Faktenchecker“ also teuer werden…