In der Nacht auf Montag ließ die Landesveterinärbehörde Tirol 33 Stück Rotwild in einem Gatter bei Kaisers in Tirol erschießen. Im Internet verbreiten sich nun Fotos, die Spuren eines Gemetzels zeigen.

Zu sehen ist Wild mit mehreren Einschüssen, und gebrochenen Kiefern. Zudem wurden die Tiere mutmaßlich an den Zaun gedrängt „hingerichtet“, vermutlich geschah das beim panischen Versuch zu fliehen.

„Das ist ein Alptraum“

Landesveterinärdirektor Josef Kössler richtet in einer Pressemeldung aus, die Stücke seien „von erfahrenen Schützen in kürzester Zeit schonend und tierschutzgerecht entnommen“ worden. Norbert Lorenz, Bürgermeister der Gemeinde Kaisers und selbst ehemaliger Berufsjäger, sieht das aber ganz anders: „Man hörte die Schüsse ja im Dorf. Das hat sicher 45 Minuten gedauert“, sagte er gegenüber dem Jagdmagazin „Wild und Hund“.

Er sei dann sofort nach Beginn mit zwei weiteren Beobachtern zum Tatort geeilt, habe Fotos gemacht. „Das ist ein Alptraum“, sagte er. Noch am Wochenende hatten Tierschützer verzweifelt versucht, das Gemetzel womöglich zu verhindern. Jetzt wurden nicht nur die 20 angepeilten Stücke getötet sondern sogar 65 Prozent mehr.

Tirols Landesjägermeister Anton Larcher zeigt sich von einem „schockierenden Exempel von unangemessenem Vorgehen der Zuständigen“ entsetzt. „In 45 Minuten wurde hier die Reputation unseres Landes massiv und international beschädigt. Ich, und der gesamte Tiroler Jägerverband distanzieren uns von solchen grausamen Aktionen,“ schreibt er auf Facebook.

FPÖ-Abwerzger fordert Rücktritt

Herrsche Kritik kommt auch vom Tiroler FPÖ-Boss Markus Abwerzger. Dieser kündigte an, im Landtag eine schriftliche Anfrage an den für Jagd zuständigen Landesrat Josef Geisler (ÖVP) einbringen zu wollen, „warum dieser Massenmord und das unfachmännische Vorgehen an diesen Tieren gestattet wurde, die teilweise 45 Minuten leiden mussten“. Zudem forderte er den Rücktritt des Landesveterinärdirektors Josef Kössler.

„Tierschutzgerecht“sieht für mich definitiv anders aus – das kann nicht ohne Konsequenzen bleiben, da lassen wir so schnell nicht locker!, verspricht er auf Facebook.