Wochenblick berichtete ausführlich über die unschönen Szenen die sich in den späteren Stunden der Corona-Maßnahmendemo in Innsbruck ereignete. Dabei prügelten Beamte der Einsatzeinheit Kärnten bei einer kaum nachvollziehbaren Festnahme einen 82-jährigen Mann blutig. Kurz danach tauchten in sozialen Medien Bilder auf, die vermuten ließen, dass ein junger Mann, eventuell sogar ein Kind misshandelt wurde. Der Mann hat sich bei Wochenblick gemeldet und seine Sicht auf die Ereignisse geschildert.

Dass David L., so heißt der junge Mann, so schnell gefunden werden konnte, ist dem Security-Experten Thomas Schaurecker zu verdanken, der schon viele Kundgebungen gegen die Corona-Maßnahmen begleitet und beraten hat. In einem Live-Stream machte er nach der Demo vom 20. Februar seinem Ärger Luft und berichtete über die nach seiner Sicht unnötigen Ereignisse. Schaurecker betont dabei stets, dass eine gute Zusammenarbeit mit der Polizei wichtig ist und die Mehrheit der Österreicher zur Mehrheit der Beamten stehen würde – es gäbe nur wenige schwarze Schafe. Von diesen haben leider einige in Innsbruck im wahrsten Sinne des Wortes zugeschlagen. In Reaktion auf den Livestream meldete sich der 23-jährige David L. mit einer Sachverhaltsdarstellung aus seiner Sicht und beantwortete tags darauf, ebenso in einem Stream (siehe unten), einige Fragen:

So erlebte Altenpfleger David L. die Prügelaktion

Hallo mein Name ist David L.
Im folgenden schildere ich euch meine Erlebnisse des 20.02.2021. Ein Spaziergang/Demonstrationsmarsch endete für mich wie ein Alptraum, obwohl ich als Altenpfleger täglich an der Front dieser „Pandemie“ stehe und sehe wie Bewohner der Heime einsam und verlassen sterben müssen, weil nur wenige in die Einrichtungen dürfen.
Ich gebe zu, an der frischen Luft trage ich keine FFP-2 Maske, da ich in meiner Arbeit schon 8 bis 10 Stunden eine dieser Masken tragen muss (und nur weil ich meine Arbeit liebe, tue ich das auch). Darüber hinaus hatte ich bereits zwei Epileptische Anfälle beim Tragen dieser Masken und das obwohl ich kein Epileptiker bin. Aus diesem Grund bin ich in meinem Privatleben ein Masken-Verweigerer.
Das sind die Gründe warum ich am besagten Tag anwesend war.
Nun zur Schilderung der Ereignisse: Da mir die Aussage der Demonstration am Ende nicht aussagekräftig genug war, hatten ich und meine Mutter beschlossen schnellstmöglich den Heimweg anzutreten. Einige Augenblicke später sprach mich eine recht junge blonde Beamtin an und bat mich, doch die Maske aufzusetzen (ich war gerade am Rauchen und wie beschrieben auf dem Weg in Richtung Bushaltestelle / nach Hause) also verweigerte ich das. Besagte Beamtin entfernte sich auch nach mehreren Bitten darum, den Mindestabstand von 2 Metern einzuhalten, nicht. Als ich mich dann mit meiner Mutter entfernte, ließ die Beamtin ab.
Darauf hin kam ein sehr bedrohlicher Beamter auf mich zu und verlangte meine Identität. Ich fragte auf welcher Rechtsgrundlage er nach meiner Identität verlangt und habe im selben Atemzug noch bekannt gegeben, keinen Ausweis bei mir zu haben.
Als ich versuchte den Mindestabstand gegenüber dem Beamten einzuhalten, hatte er mich schon im Schwitzkasten zu Boden geworfen und begann im selben Moment mit seinem Knie meinen Kopf auf den Boden zu drücken.
Ich hatte unsagbare Schmerzen und Angst. Jeder Augenblick der folgte war ein Geschrei und Gepfeife von allen Seiten, ich habe nur noch Beine von Beamten gesehen. Beim Versuch zwischen den Beinen der 5 – 8 Beamten etwas zu erkennen, sah ich Evelin (zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht wer sie ist [Anm. d. Red.: die Tochter der 82-Jährigen Mannes]). Sie hat eindeutig versucht mir zu helfen, doch leider ist es ihr nur kurz gelungen in meine direkte Nähe zu gelangen und sie berührte mich kurz am Bein.
Weiteres habe ich meine Arme verschränkt und wiederholt gerufen: ICH HABE NICHTS GETAN. An eine Beamtin erinnere ich mich besonders gut. Sie nahm meine Haare, als ich schon am Boden lag und beteuerte, nichts getan zu haben, schlug meinen Kopf mit viel Kraft auf den Boden und sagte die Worte: „Jetzt halt doch endlich die Fresse“.
Darüber hinaus habe ich im späteren Verlauf durch Videos erfahren, dass meine Mutter auch sehr brutal davon abgehalten wurde, mir zu helfen. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt bemerkte ich die Handschellen an meinen Handgelenken. Ich wurde ohne Widerstand zu leisten sehr gewaltsam (auch durch Videos und Augenzeugen zu bestätigen) an den Handschellen, die Beine angewinkelt am Körper, wirklich nur an den Handschellen über den Landhausplatz getragen.
Als ich dann in der Polizeistation am Bahnhof abgeliefert wurde, wurde niemandem eine Auskunft darüber gegeben, auch nicht meiner Mutter, wo ich mich befinde. Darüber hinaus wurde mir ein selbst geführtes Telefonat verweigert, es rief mehrmals nur der Kommissar an. Erst als die Beschuldigtenvernehmung beendet war durfte ich über Lautsprecher meine Mutter kontaktieren um sie zu fragen, wo sie ist und ob es ihr gut geht. Bevor irgendwas passierte kam eine Leibesvisitation, in der ich sehr grob behandelt wurde.
Während ich auf einen Amtsarzt wartete (in einer Aufbewahrungszelle) bin ich auf Evelins Vater gestoßen. Wir unterhielten uns kurz und beiläufig. Nachdem mich der Amtsarzt untersucht hatte stellte er die Empfehlung mich unverzüglich ins KH Innsbruck zu bringen. Als ich dann samt Polizeieskorte in der Klinik ankam stellte man multiple (mehrfache) Prellungen an meiner linken Körperhälfte fest. Es schmerzte unglaublich.
Daraufhin wurde ich wieder zurück zur Wache am Bahnhof Innsbruck gebracht und von sehr netten Kriminalpolizisten vernommen worden. Im Laufe dieser Zeit wurde ein Staatsanwalt kontaktiert um zu entscheiden, ob ich in U-Haft komme oder nicht unter dem Vorwand (dem ich allerdings nicht zustimme), Widerstand gegen die Staatsgewalt geleistet zu haben.
Ich wurde gegen 23:15 aus der Polizeistation entlassen.

Landespolizeidirektion will sich nicht im Detail äußern

Wochenblick hat mehrfach versucht, von der Landespolizeidirektion Tirol eine Stellungnahme zu den Vorwürfen, den Videos und den Zeugenaussagen zu dem Geschehen zu erhalten. Außer einer kurzen „Statistik“, dass mehrere Personen verhaftet und angezeigt wurden, wollte sich aber niemand im Detail äußern. Tatsächlich wurden die Personen, die ohne ersichtlichen Grund von landesfremden Einheiten mit großer Brutalität beamtshandelt wurden, zusätzlich zu ihren Verletzungen noch angezeigt.