Als Schritt in Richtung Normalität und Freiheit verkauften die Mächtigen dem Volk im Bezirk Schwaz die Massen-Impfaktion. Nun stellt sich heraus: Weil die angeblich so gefährlich wütende Südafrika-Mutation noch nicht völlig eliminiert wurde, müssen die Schwazer sich auch weiterhin aus dem Bezirk freitesten.

„Nur mit der Impfung können wir wieder Normalität gewinnen“ – mit dieser gruseligen Lautsprecher-Durchsage versuchte etwa der Schwazer ÖVP-Bürgermeister Hans Lintner seine Schäfchen in die Impfstraße zu treiben (Wochenblick berichtete). Offenbar auch mit einigem Erfolg – denn von 64.000 Impfberechtigten im Bezirk Schwaz nahmen etwa 46.000 das Angebot wahr.

Impf-Aktion ohne Sinn: Weiter „raustesten“ in Schwaz

Viele davon erhofften sich davon möglicherweise wirklich das Einlösen des Versprechens auf Freiheit. Aber weit gefehlt: Denn wie die „Tiroler Tageszeitung“ in ihrem Live-Ticker berichtet, wird die Ausreise-Testpflicht aus dem Bezirk bis einschließlich 1. April verlängert – also um eine ganze Woche. Grund ist einmal mehr die südafrikanische Mutation. Wegen jener machte man bereits den gesamten Bezirk zum größten Impf-Versuchslabor in ganz Europa – in einem Deal zwischen Bund, Land und Biontech/Pfizer.

Die genannte Variante macht in Tirol – ohnehin ein Bundesländer mit niedriger 7-Tages-Inzidenz – zum Höhepunkt bis zu 19 Prozent der Verdachtsfälle aus. In der Vorwoche waren es nur mehr 1,89 Prozent. Die Sorge vor der rasenden Verbreitung erwies sich in der Region also als nicht zutreffend. Trotzdem müssen die übrigen 13 Fälle im Bezirk Schwaz nun erneut als Schreckgespenst herhalten, aufgrunddessen man die Schwazer in ihrem Bezirk einsperrt.

Bürger sind sauer über Verlängerung im Corona-Knast

Der Unmut der Bevölkerung ist immens. Die Kommentarspalte beim größten regionalen Medium quoll binnen Minuten über. So ärgert sich eine Schwazerin etwa, dass man sie bereits seit Wochen dazu zwingt, einen negativen Test nachzuweisen, um überhaupt zu ihrer Arbeitsstelle in einem anderen Bezirk zu kommen. Ein weiterer Nutzer wundert sich darüber, dass die Testpflicht in Schwaz verlängert wird. Dabei sei die 7-Tages-Inzidenz (225) weit von den laut Regierung dafür maßgeblichen Inzidenz-Grenze von 400 entfernt.

Ein anderer Kommentator ist mit der Gesamtsituation unzufrieden: „Wie lange wird das noch so weitergehen, immer mehr arbeitslos oder in Kurzarbeit, und unsere schönen Herren Politiker bringen nichts auf die Reihe. Nur mehr zum kotzen.“ Andere Tiroler unterstellen Günther Platter eine unehrliche Angabe über die wahre Dauer beim Erlass der Sperre. Wieder andere bezweifeln die Wirksamkeit der Impfung.  Dies gelte gerade, wenn es offenbar nötig sei, regionale Testpflichten trotz hoher Durchimpfungsrate einzuführen.

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