Tischtennis-Weltklasse zu Gast in Linz

Premiere! In Linz startet am Donnerstag das erste Platin-Turnier Europas. Die Tischtennis-Weltklasse um Vize-Weltmeister Fang Bo und der Nummer 2 der Damen Chen Meng schlagen in der TipsArena bis Sonntag zum Hauptbewerb auf. Das Preisgeld beträgt sensationelle 210.000 Dollar. Österreichs aktuelle Nummer 1, Stefan Fegerl, derzeit starke Nummer 34 der Welt, hält die heimischen Fahnen am internationalen Parkett hoch. In Linz ziert der 29-Jährige die Plakate und ist als zweifacher Europameister der rot-weiß-rote Superstar.

„Wochenblick“: Noch bis Sonntag gehen die Tischtennis Austrian Open in Linz in Szene. Wie sind Ihre Erinnerungen an die Linzer TipsArena?
Stefan Fegerl: Phantastisch – denn ich durfte hier schon 2005 an der Jugend-Weltmeisterschaft mit Feng im Doppel antreten – wir wurden Neunte. Vier Jahre später erreichten wir beim World Team Cup mit Ex-Weltmeister Werner Schlager, Chen Weixing und Robert Gardos den starken fünften Platz. Und auch im Vorjahr konnte ich die tolle Unterstützung hier spüren.


Heimkommen ins Wohnzimmer

Sie spielen jetzt in der deutschen Bundesliga, kommen als erster rot-weiß-roter deutscher Meister nach Linz. Eine besondere Verantwortung, oder?
Es ist wie ein Heimkommen ins Wohnzimmer. Ich habe hier sechs Jahre bei Froschberg gespielt. Ich verdanke Linz-Boss Renner die Basis für alles, was ich jetzt im Welt-Tischtennis erleben darf.

Das Platin-Event ist das viertgrößte der Welt. Die Trauben hängen selbst für den Tischtennis-Spieler des Jahres in Linz äußerst hoch.
Sicher! Es kommen sechs Chinesen, die alle Vize-Weltmeister sein könnten. Ich habe mit ihnen in Peking trainiert, weiß daher, dass ich Losglück brauche, um ihnen so lange wie möglich ausweichen zu können. Ein Traum wäre, am Samstag vor heimischer Kulisse noch dabei sein zu können. Aber jede einzelne Runde ab dem Hauptbewerb ab Donnerstag wird eine Riesen-Challenge.

China enteilt dem Rest der Welt

Fang Bo ist als Vizeweltmeister hinter Wong Chun Ting (HKG) und Koki Niwa (JPN) die Nummer drei des Turnieres. Dennoch spricht wieder mal alles für den Chinesen. Warum?
China enteilt dem Rest der Welt. Das Land produziert einen Topstar nach dem anderen. Ich hatte das Pech, bei meinen letzten drei World-Tour-Starts immer einen Chinesen in Runde eins zugelost bekommen zu haben. Das Resultat war jeweils ein klares Out. So habe ich auch zehn Plätze in der Weltrangliste verloren. Ich hoffe aber, dass sich in Linz das Blatt wendet und ich mehr Losglück habe.

Momentan fehlt aber das Glück. Nur Platz zehn als Titelverteidiger bei der Team-EM in Luxemburg hat das gezeigt.
Stimmt – wir haben in der Gruppenphase dreimal 2:3 verloren, hatten das Match aber zweimal mit 2:1 angeführt, hatten Finalist Portugal und den EM-Dritten Slowenien in Griffweite. Das zeigt uns, dass wir gut Tischtennis spielen, aber das Quäntchen Glück fehlt.

In China fahren die Weltstars Ferraris

Die Fans treiben Sie hoffentlich zu Top-Tischtennis. Die Halle wird in Linz voll sein. Dennoch hinkt Österreich bei der Wertschätzung des Tischtennis‘ nach.
International geht es uns teilweise sehr gut. Während der Indien-Tour lebten wir nur in Fünf-Sterne-Hotels, in Deutschland wird Düsseldorf als Meister gehypt, auch in Linz gibt es tollen Rundum-Service. Aber generell hat der Sport in Österreich leider viel zu geringen Stellenwert. Und in China fahren die Weltstars Ferraris. Das wäre natürlich schön, wenn wir das auch erreichen könnten…

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